Vorträge

Unabhängig davon, ob Sie sich beruflich weiterbilden oder persönlich weiterentwickeln möchten, diese spannenden Vorträge werden allen Ansprüchen gerecht. Lassen Sie sich inspirieren – erleben Sie aufschlussreiche Begegnungen mit interessanten Menschen und entdecken Sie Ihren persönlichen «Weg zur Gesundheit».

Freitag, 4. Oktober 2019

09.45 – 11.15 Uhr

Landhaussaal

Gesund durch körperliche Aktivität – Eine Perspektive aus der Motivations- und Vilitionspsychologie

Verschiedene wissenschaftliche Disziplinen sprechen mit ungewöhnlicher Eindeutigkeit von den positiven Auswirkungen körperlicher Aktivität auf die psychische, körperliche und soziale Gesundheit. Dieses Wissen allein trägt jedoch noch nicht dazu bei, dass wir glücklich und gesund älter werden (vielleicht sogar 100 Jahre alt). Wissen muss in Handlungsziele und schließlich in Verhalten umgesetzt werden. Trotz besten Wissens handeln Menschen jedoch nicht gemäß ihrer sportlichen Gesundheitsziele (z.B. nach ihrem Neujahrsvorsatz endlich mal mehr Sport zu treiben), sondern fallen häufig in eine Intentions-Verhaltens-Lücke. Im Vortrag wird argumentiert, dass erfolgreiches Gesundheitsverhalten ein gelungenes Zusammenspiel von leichtgängigen motivationalen Prozessen (z.B. intrinsische Motivation) und als anstrengend erlebten volitionalen Prozessen – also der Einsatz von Willenskraft – verlangt. Diese Prozesse wiederum sind nicht allgemeingültig, sondern werden durch Persönlichkeitsunterschiede entscheidend mitbestimmt. Im Kern des theoretische Rahmens des Vortrags stehen exemplarische Labor- und Feldstudien mit PatientInnengruppen und Gesunden, die auch methodisch aufzeigen, wie der wissenschaftliche Zugang über Beschreiben, Erklären, Vorhersagen bis hin zur Veränderung geschieht.

Prof. Dr. Julia Schüler

Professorin für Sportpsychologie an der Universität Konstanz. Ihre Forschungsschwerpunkte sind motivationale und volitionale Determinanten des Sporttreibens, die Motivation zur gesundheitsbezogenen Verhaltensänderung, interindividuelle Motivunterschiede sowie gesundheitsbeeinträchtigende Motivkonflikte

11.30 – 13.00 Uhr

Landhaussaal

Langlebigkeit und Unsterblichkeit: Fragen und Antworten aus China

«Ich habe gehört, dass Menschen früher 100 Jahre alt wurden, ohne die normalerweise auftretenden Zeichen des Alters aufzuweisen.»

Heutzutage altern die Menschen vorzeitig und werden kaum 50. Ist das auf eine Veränderung der Umwelt oder auf den Verlust der korrekten Lebensführung zurückzuführen? Diese Frage des Gelben Kaisers an Qi Bo (200 v. Chr.) ist legendär. Wie antworten? Und wie verhält es sich mit der Sehnsucht nach Unsterblichkeit?

Prof. Dr. phil. habil. Angelika C. Messner

Leitet das Chinazentrum an der Universität Kiel. Sie befasst sich mit der Wissens- und Wissenschaftsgeschichte im chinesischen Kontext, mit Blick auf die Verflechtungsgeschichte zwischen Asien, Europa und Amerika. Im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit steht die Frage nach Relationen zwischen Wissen und Handeln: Welche Dinge werden wie zu Objekten des Wissens und wie verhalten sie sich im sozialen Raum?

14.00 – 15.30 Uhr

Landhaussaal

«Natürlich und kulturvoll leben» – Die Essenz der Natur- und Kulturheilkunde für ein gesundes, glückliches sowie langes Leben

Natürlich leben bedeutet vor allem, sich ausreichend zu bewegen, gesund zu ernähren, den Rhythmen der Natur zu folgen sowie Licht und Wasser als Heilmittel zu nutzen. Seit der Antike ist eine dem entsprechende Diätetik bzw. Lebenskunst unverzichtbarer Bestandteil der Heilkunst. Sie wird heute ergänzt durch das Konzept der Kulturheilkunde. Kulturvoll zu leben bedeutet, sinnerfüllt und glücklich sowie in Resonanz mit dem Inneren und dem Äußeren zu sein. Die Verbindung von natürlich und kulturvoll führt zu Ganzheit von Körper, Geist und Seele – für 100 Jahre und auch darüber hinaus.

Prof. Dr. Hartmut Schröder

Professor der Sozialwissenschaften und Linguistik, Klangtherapeut, Hypnocoaching, Ernährungstherapeut, imaginative Körper-Psychotherapie

15.45 – 17.15 Uhr

Landhaussaal

Transhumanismus – Der Weg zum ewigen Leben?

Die bisherige Mensch-Technik-Interaktion wird zur Mensch-Technik-Konvergenz: Mensch und Maschine wachsen zusammen. Gehirn-Maschine-Direktverbindungen, Gehirn-Computer-Schnittstellen sowie eine nie dagewesene Offensive im Bereich genetischer Edierung versprechen die technische Ausweitung des menschlichen Lebens in ungeahnte Dimensionen bis hin zum Versprechen auf Unsterblichkeit innerhalb der kommenden Jahrzehnte. Dazu gibt es verschiedene Ansätze.

Die Medizin wird zur «globalen Körperindustrie», der es nicht mehr um das Heilen des kranken, sondern um das Optimieren des gesunden Körpers und Geistes geht. Worin genau besteht diese Entwicklung «über den bisherigen Menschen» hinaus - hinein in einen «neuen Menschen», die sich «Transhumanismus» oder «Neumenschheit» nennt? Wollen wir künftig als Cyborgs oder Maschinenmenschen 100 Jahre alt werden? Oder lohnt sich das gar nicht, weil wir uns selbst dabei verlieren?

Prof. Dr. Dr. Dr. Roland Benedikter

Co-Leiter des Zentrums für Höhere Studien von Eurac Research Bozen, Südtirol, und Forschungsprofessor für multidisziplinäre Politikanalyse am Willy Brandt Zentrum der Universität Breslau, Polen


Samstag, 5. Oktober 2019

09.45 – 11.15 Uhr

Landhaussaal

Der Vagus und die Polyvagaltheorie von Porges: Ein Zugang zum «inneren Arzt»?

Das autonome Nervensystem funktioniert anders, als wir es lange Zeit in der Medizin und Physiologie angenommen haben. Unabhängig von unserem Bewusstsein übernimmt das autonome bzw. vegetative Nervensystem eine wichtige Funktion in unserem Leben. Es steuert unsere Anpassung an äußere und innere Reize. Es schätzt ein, ob sich eine Situation für uns als sicher, gefährlich oder lebensbedrohlich darstellt. Der Körper reagiert dann entsprechend, ohne dass wir bewusst etwas entscheiden müssen. Dank der Forschungen des amerikanischen Wissenschaftlers Stephen Porges, Professor der Psychiatrie, geht man heute davon aus, dass der Vagus das missing link für das Wirken des «inneren Heilers» ist.

Dr. med. Marlene Schröder

Fachärztin für Allgemeinmedizin, Ausbildung in TCM, Ohrakupunktur und Neuraltherapie, Entspannungstherapie und imaginative Körper-Psychotherapie

11.30 – 13.00 Uhr

Landhaussaal

Gesundheit kommt von innen – über die heilsame Kraft der Zuwendung

Gesundheit ist weder eine Art restloser Funktionstüchtigkeit noch die absolute Abwesenheit von Krankheit. Vielmehr lässt sich Gesundheit verstehen als eine Fähigkeit des Menschen, auch das Widrige und Einschränkende so weit in das eigene Lebenskonzept zu integrieren, dass er über diese Einschränkungen hinweg sein eigenes Leben führen kann, ein Leben, das nicht allein von der Krankheit bestimmt wird. Gesundheit hat also unweigerlich etwas mit Bewusstseinsprozessen zu tun, und diese Bewusstseinsprozesse kommen nicht durch Medikamente zustande, sondern durch Zuwendung, durch das Gespräch, durch das Gefühl des Verstandenwerdens. Deswegen ist es für ein gesundes Altern unabdingbar, dass Menschen Zuwendung erfahren, um sich dadurch selbst mit neuen Augen sehen zu können.

Prof. Dr. med. Giovanni Maio, MA. phil.

Uni Freiburg i.B., Institut für Ethik und Geschichte der Medizin

14.00 – 15.30 Uhr

Landhaussaal

Podiumsdiskussion «Wie wird man gesund 100 Jahre alt»

Moderation

David Staudenmann, santémedia AG

Teilnehmer

Prof. Dr. Dr. Dr. Roland Benedikter
Prof. Dr. Hartmut Schröder
Prof. Dr. phil. habil. Angelika Messner
Dr. phil. François Höpflinger

 

15.45 – 17.15 Uhr

Landhaussaal

Regeneration und Lebensqualität

Leben wird zum einen als die Organisations- bzw. Prozessform gesehen, die allen Lebewesen gemeinsam ist und die sie von lebloser Materie unterscheidet. Im Wesentlichen jedoch ist Leben eine Interaktion zwischen Geist und Materie. Dieser Vortrag handelt von einer ganzheitlichen Betrachtung des Phänomen Lebens – in seinen Quantitäten und Qualitäten.

Dieter Broers

Studierte unter anderem in Hamburg und Kiel Philosophie und Physik. Im Laufe seiner wissenschaftlichen Arbeiten spezialisierte sich Broers auf die Grundlagenforschung der Bio-Physik, genauer auf das Gebiet der Frequenz- und Regulationstherapie