Therapieglossar

Die Akupressur basiert auf der Philosophie der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Ähnlich wie bei der Akupunktur werden bestimmte Punkte auf den Meridianen angeregt, über die das Fliessen von Qi beeinflusst werden kann. Im Unterschied zur Akupunktur werden bei der Akupressur keine Nadeln verwendet, sondern der Therapeut stimuliert die Punkte mit den Fingerspitzen oder mit dem Daumen.

Quelle: EGK-Therapieführer

Der Begriff Akupunktur wird aus acus (= die Nadel) und punctura (= der Stich) abgeleitet.

Diese über 5000 Jahre alte Behandlungsform stammt aus China und ist eines der wichtigsten Teilgebiete der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Basierend auf den philosophischen Grundsätzen des Taoismus, der 5-Elementen-Lehre, den energetischen Kreisläufen (Meridiane) und der einzelnen Akupunkturpunkte werden Nadeln gesetzt, um energetische Dysbalancen zu korrigieren. Durch das Einstechen der Nadeln wird der Fluss des Qi (Lebensenergie) beeinflusst. Die Meridiane und die Akupunkturpunkte stehen energetisch mit Organen und Organsystemen in Zusammenhang; auf den Meridianen gibt es zahlreiche Punkte, über die das Fliessen von Qi angeregt werden kann.

Durch Akupunktur kann eine Blockierung des Qi gelöst und ein ungehindertes Fliessen des Qi gefördert werden.

Als Variante zur klassischen Akupunktur werden die Nadeln auch durch kohärentes Licht (Laser) und Farben (Auflage von Farben auf die Akupunkturpunkte) ersetzt.

Quelle: EGK-Therapieführer

Die Alexandertechnik ist eine ganzheitliche Körper- und Bewegungstherapie, bei der körperlich dysfunktionale Bewegungsgewohnheiten verbessert oder abgelegt werden sollen.

Die Art, wie wir uns selbst gebrauchen, ist entscheidend für die Qualität all unserer Funktionen. Diese Erkenntnis bildet die Grundlage der Alexandertechnik. Die Methode zeigt einen Weg, unsere angeborene, natürliche Koordination wieder zu entdecken, indem wir unausgeglichene, meist unbewusste Bewegungs- und Verhaltensweisen erkennen und mit der Zeit weglassen können. Dabei stehen Situationen und Abläufe des Alltages wie sitzen, gehen, sprechen oder ein Werkzeug handhaben im Mittelpunkt.

Die Alexandertechnik eignet sich für Menschen jeden Alters. Sie ist eine Methode, um mehr Verantwortung für das eigene Wohlergehen zu übernehmen. Sie ist auch für jene Menschen von Nutzen, die unter Stress, Verspannung und Schmerzen (z.B. Kopf-, Nacken-, Rücken- und Gelenkschmerzen) leiden oder nach Krankheit und Unfall (z.B. Diskushernie, Schleudertrauma) ihre Rehabilitation unterstützen wollen.

Der Schauspieler Frederick Matthias Alexander (geb. 1869 in Australien / gest. 1955 in London) gilt als Pionier auf dem Gebiet der ganzheitlichen Methoden. Seine Entdeckungen wurden bestätigt durch Erkenntnisse der neueren Forschung in Neurophysiologie, Anatomie und Medizin.

Quelle: EGK-Therapieführer

Die Akupunkt- oder Akupunktur-Massage ist eine spezielle Form der Massage, bei der Akupunkturpunkte und Meridiane auf der Haut mit Massagestäbchen, den Händen und/oder einem Vibrationsgerät stimuliert werden.

Die Technik der Akupunkt-Massage geht auf den deutschen Masseur und medizinischen Bademeister Wilhelm Penzel (1917-1985) zurück. Seine Beschäftigung mit fernöstlichen Heilmethoden inspirierte Penzel in den 1950er- und 1960er-Jahren dazu, eine eigene Massagemethode zu entwickeln. Diese wurde unter dem Namen Akupunkt-Massage nach Penzel (APM) bekannt. Klaus Radloff, ein enger Mitarbeiter Penzels, trug in den 1980er-Jahren massgeblich zur Weiterentwicklung der APM bei. So zog er beispielsweise erstmals die Areale der Ohrmuschel zur Befunderhebung heran und entwickelte die sogenannte Ohr-Reflexzonen-Kontrolle (ORK). Daraus entstand dann die Akupunkt-Massage nach Radloff, die auch eine Energetisch-Statische-Behandlung (ESB/APM, manuelle Behandlung der Gelenke zur Aktivierung des Qi-Flusses) einschliesst. Beide Methoden sind inzwischen vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz verbreitet.

Beide Formen der Akupunkt-Massage bauen auf den Theorien und Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) auf. Die TCM sieht den Menschen als ganzheitliches Wesen, das in die Natur und das System des Yin und Yang eingebunden ist. Yin und Yang stehen für gegensätzliche, aber sich auch ergänzende Kräfte oder Energieformen, die immer in Wechselbeziehung zueinander stehen wie zum Beispiel Tag und Nacht, Erde und Himmel oder Kälte und Wärme. Das dynamische Wechselspiel von Yin und Yang bringt die Lebensenergie der Natur, das Qi hervor. Qi ist die Grundlage alles Lebendigen und bildet auch die Lebensenergie des menschlichen Körpers. Die Lebensenergie fliesst in Energie-Leitbahnen, den sogenannten Meridianen, durch den Körper. Befinden sich die Yin- und Yang-Elemente im Körper in einem dynamischen Gleichgewicht, kann die Lebensenergie Qi ungehindert den Körper durchfliessen – der Mensch ist gesund. Krankheiten entstehen, wenn die Harmonie des Yin-/Yang-Systems gestört ist und daraus Blockierungen und Stauungen des Qi resultieren.

Auf den Meridianen befinden sich zahlreiche Akupunkturpunkte, über die das Fliessen des Qi beeinflusst werden kann. Mit Hilfe einer speziellen Massagetechnik werden bei beiden Formen der Akupunkt-Massage Meridiane und Akupunkturpunkte gezielt beeinflusst, um Blockierungen zu beseitigen, den Qi-Fluss zu stärken oder einen Überfluss an Qi abzuleiten.

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Die Atemtherapie, genannt der „Erfahrbare Atem“, ist eine ganzheitlich ausgerichtete Körperarbeit, in der das Atemgeschehen bewusst wahrgenommen wird. Ohne willentliche Beeinflussung den Atem kommen, ihn ohne aufzuhalten wieder entströmen zu lassen und zu warten, bis er von selbst kommt, ist dabei der Schlüssel zum erfahrbaren Atem. Aus diesen unbewussten Atemfunktionen und über die Sammlung des Übenden wird die Empfindungsfähigkeit erweckt. Durch Hingabe und Achtsamkeit lassen sich so die Gesetze des unbewussten Atems erfahren, ohne dessen Abläufe zu stören. Das geschieht insbesondere dadurch, dass die Atembewegungen – das Weiterwerden der Körperwände im Einatmen und das Zurückschwingen in die Ausgangslage im Ausatmen – mit ihrer entsprechenden Empfindungen aufmerksam wahrgenommen werden. So wird den Übenden gewahr, wo Atem fliesst, gehemmt oder blockiert wird und wo daraus Spannungszustände oder Einschränkungen entstehen.

Mit zunehmender Atemerfahrung und Übung wird das eigene Empfindungsvermögen vertieft und geschult und steigert die Fähigkeit, sich zu sammeln. Im Zusammenspiel von Atem und Bewegung wird die Bedeutung des inneren Gleichgewichts und dessen Auswirkungen auch sich selbst und die Umwelt erfahren. Mittels einfachen Körperübungen im Sitzen, Stehen, Gehen oder Liegen wird der natürliche Atem belebt und lässt sich so bewusst erfahren.

Die heutigen Varianten der Atemtherapie gehen vor allem auf Ilse Middendorf und Klara Wolf zurück. Zusätzlich gibt es zahlreiche andere atemtherapeutische Formen.

Quelle: EGK-Therapieführer

Die Tomatis-Methode geht von Wechselwirkungen zwischen Ohr, Körper, Stimme und Psyche aus. Unsere Ohren sind, im Gegensatz zu den Augen, immer geöffnet. Wir hören immer. Dennoch nehmen wir nicht immer alles bewusst wahr, denn wir hören längst nicht immer zu.

Teil unseres Innenohrs ist das Gleichgewichtsorgan, das einen Einfluss auf jeden einzelnen Muskel des Körpers hat und uns hilft, uns im Raum zu orientieren. Schwierigkeiten im entsprechenden Frequenzbereich können schwerwiegende Einflüsse auf unsere Bewegungsentwicklung, auf Körperhaltung, Körpergefühl sowie auf die groben und feinen Bewegungsabläufe haben.

Prof. Alfred Tomatis, Facharzt für Hals, Nasen, Ohren und Phoniater, erforscht seit Jahrzehnten die Wechselwirkung zwischen Ohr, Körper, Stimme, Sprache und Psyche. Seine Feststellung bildet die Grundlage der Tomatis-Methode: Jeder Klangausdruck – sei es in Sprache, im Gesang, oder auf einem Instrument – widerspiegelt die Analyse- und Kontrollgewohnheit des Ohres. Er entwickelte ein Therapiekonzept, das die Horchentwicklung in ihren verschiedenen Phasen nachbildet. Wichtige Hilfsmittel sind das elektronische Ohr, ein hochdifferenziertes Ohrtrainingsgerät, das zwischen Tonband und Kopfhörer geschaltet wird und die speziellen Kopfhörer mit Ohrmuscheln und einem Vibrator, der den Ton auf die Knochen überträgt und damit das Trommelfell umgeht. Bei Interessierten wird in Horchtests, weiteren Abklärungen und einem Gespräch die ganz persönliche Art zu horchen beurteilt. Die Tomatis-Methode eignet sich bei Entwicklungsverzögerungen und –störungen, Lernproblemen, Schulschwierigkeiten, Kommunikationsstörungen, Problemen mit Gedächtnis und Konzentration, grosser Ermüdbarkeit, Verhaltensstörungen, Aggressivität und um die Sprechtechnik zu verbessern.

Quelle: EGK-Therapieführer

Das Autogene Training ist streng genommen keine Heilmethode, sondern eine Hilfe zur Entspannung. Sie wurde vor mehr als 60 Jahren vom deutschen Arzt J.H. Schultz entwickelt. Diese Entspannungsmethode ist heute weit verbreitet und allgemein anerkannt.

Die Wirkung beruht auf der Lockerung der Muskulatur, auf Beruhigung des Atems, auf allgemeiner Steigerung des Wohlbefindens und der Konzentrationsfähigkeit. Autogenes Training eignet sich zur Beruhigung und Entspannung und bietet sich für viele Therapien begleitend an.

Schmerz der Kopf? Rast das Herz? Die Grundstufe des Autogenen Trainings kennt vier Organübungen, die den Kopf, das Herz, die Atemwege und die Bauchorgane ansprechen. Die Formeln und Vorstellungen wirken über das vegetative Nervensystem gezielt auf die Organe ein. Dieser Prozess verändert einzelne Körperfunktionen, aber auch Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit. Das Autogene Training ist als Gesamtsystem eine fundierte Methode mit hoher therapeutischer Wirkung.

Quelle: EGK-Therapieführer

Die originale Bachblüten-Therapie gründet sich auf die Entdeckung des englischen Arztes und Philosophen Dr. Edward Bach (1886 – 1936) und wurde durch Mechthild Scheffer in den vergangenen 25 Jahren systematisch weiter ausgebaut.

Diese Therapie geht davon aus, dass jeder körperlichen Krankheit eine seelische Gleichgewichtsstörung aufgrund geistiger Missverständnisse vorausgeht, die sich in disharmonischen Verhaltensmustern äussern, wie z.B. unangebrachtes Schuldgefühl, übertriebener Durchsetzungswille, mangelndes Zielbewusstsein. Dr. Edward Bach erforschte und definierte „38 disharmonische Seelenzustände der menschlichen Natur“, die sich grundlegend im Kollektivbewusstsein zeigen. Diese „negativen seelischen Verhaltensmuster“ können zum Auslöser für körperliche und seelische Krankheiten werden bzw. die Ausheilung bestehender Krankheiten behindern.

Man unterscheidet grundsätzlich drei Anwendungsgebiete:

  • Seelische Gesundheitsvorsorge: Wunsch nach Bewusstseinsentwicklung, Charakterstärkung, Harmonisierung disharmonischer seelischer Verhaltensmuster, z.B. Eifersucht, Ängstlichkeit, Resignation
  • Akutbehandlung psychischer Stresssituationen und Lebenskrisen: Beziehungskonflikte, Erziehungs- und Schulprobleme, Arbeitsplatzverlust, Midlifecrisis
  • Begleitbehandlung akuter und chronischer Krankheiten. Besonders bewährt bei multifaktoriellen Beschwerden, z.B. Schlafstörungen, Neurodermitis, Psoriasis, sowie bei kindlichen Entwicklungsstörungen, zur Geburtsvorsorge, zur seelischen Nachsorgebehandlung von leichten und schwerwiegenden Operationen wie bei Krebs, Herzinfarkt.

Quelle: EGK-Therapieführer

Die Bindegewebemassage ist eine spezielle Form der Reflexzonenmassage, bei der durch langsames Streichen, Rollen oder Quetschen der Haut mit den Fingerkuppen Druck und Zugreiz auf das Unterhautbindegewebe ausgeübt wird, wodurch reflektorisch eine günstige funktionelle Beeinflussung der den massierten Körpersegmenten zugeordneten inneren Organen, den sogenannten Head-Zonen angestrebt wird. Die Bindegewebemassage ist eine Behandlungsform, die auf das nervliche Geschehen zwischen inneren Organen, Gefässen und Nerven einerseits und den Geweben der Körperdecke und des Bewegungsapparates anderseits Einfluss nimmt.

Angewendet wird die Bindegewebemassage bei Funktionsstörungen, z.B. bei organischen Erkrankungen, Gewebeverklebung oder Durchblutungsstörungen.

Quelle: EGK-Therapieführer

Die Biodynamische Psychologie und Massage wurde von der norwegischen Psychologin Gerda Boyesen begründet und geht davon aus, dass Körper, Seele und Geist als ineinander übergreifende Ebenen den Menschen als Ganzes bilden. In der Praxis setzt die Biodynamische Psychologie sowohl auf der psychischen als auch auf der körperlichen Ebene an. Das Ziel ist, in der Wechselwirkung von Körper und Psyche Harmonie herzustellen und zu bewahren.

Gerda Boyesens wohl bekannteste Entdeckung ist die Wichtigkeit der Peristaltik. Sie fand heraus, dass der Verdauungstrakt nebst Verdauung unserer Nahrung auch der Verarbeitung von seelischem Stress dient, von ihr daher Psychoperistaltik genannt: emotionale Spannung muss sich nicht nur im Ausdrücken von Gefühlen entladen, sondern kann im wahrsten Sinne des Wortes verdaut resp. abgeführt werden. Die Töne der Peristaltik werden deshalb in der biodynamischen Massage durch ein auf dem Bauch liegenden Stethoskop abgehört und geben eine Art „Körperfeedback“, das gezielte Behandlungen ermöglicht.

Die Biodynamische Massage hat innerhalb des Selbsterfahrungsprozesses eine harmonisierende und nährende Wirkung. Sie ist eine sanfte Körpertherapie, die auch gerne die Yin-Methode unter den Körpertherapien genannt wird (Yin = weich, weiblich). Sie arbeitet nach der Intuition und dem Lustprinzip, da nach Auffassung von Gerda Boyesen nur so Transformation erfolgen kann.

Quelle: EGK-Therapieführer

Die Bioresonanztherapie ist ein biophysikalisches Regulationsverfahren, das mit Schwingungen bzw. Information arbeitet. Die verwendeten Informationen stammen einerseits aus den elektromagnetischen Schwingungsfeldern des behandelten Körpers (körpereigene Signale), andererseits werden auch ergänzende Therapiesignale verwendet (Schwingungen von Farben, Edelsteinen, Tönen, Medikamenten usw.).

Diese Signale werden aufgrund einer genauen individuellen Diagnostik an die Erfordernisse des zu behandelnden Organismus angepasst. Nur so können die ultrafeinen Impulse über Resonanz-Effekte eine grosse Wirkung im Körper auslösen. Blockierte Regulationsmechanismen beginnen wieder zu funktionieren, weil der Körper die Therapiesignale als „eigene Sprache“ erkennt und die Informationen für sich nutzen kann.

Begründer dieses Verfahrens waren der Arzt Dr. med. Franz Morell und der Elektroingenieur Erich Rasche. Die Methode wurde in den letzten 25 Jahren von verschiedenen Ärzten und Therapeuten weiter entwickelt und verfeinert. Sie eignet sich – zumindest begleitend – für alle Krankheiten, bei denen körpereigene Regulationsmechanismen nicht mehr richtig funktionieren.

Quelle: EGK-Therapieführer

Die Boeger-Therapie ist eine strukturierte Behandlungsmethode, bei der mittels spezieller Griffe (Lifttechnik) die durch Narben entstandenen Verklebungen im Fasziengewebe gelöst werden. Das soll die Beweglichkeit des Körpers fördern, Fehlhaltungen entgegenwirken und Schmerzen reduzieren.

Das Boeger-Therapie-Konzept wurde vom deutschen Physiotherapeuten und Osteopathen David Boeger entwickelt. Bereits während seines Studiums erkannte David Boeger, dass Narben und Adhäsionen (Verklebungen) ein vielschichtiges gesundheitsrelevantes Problem darstellen, das sich auf die gesamte Körperstatik und die Organfunktion auswirken kann. Aus seinen empirischen Erkenntnissen entwickelte er das Boeger-Konzept.

In der 2004 zusammen mit seiner Frau Ina Boeger gegründeten Schweizer Akademie für Boeger-Therapie wird dieses Narbentherapie-Konzept medizinisch-therapeutischem Fachpersonal vermittelt. Mittlerweile wird Boeger-Therapie in weiteren Gesundheitsfachschulen in der Schweiz, in Deutschland und Österreich gelehrt und praktiziert.

Nach Auffassung von Boeger ist jede entzündungsbedingte Verklebung eine Narbe. Sie staut den venösen Fluss des Herz-Kreislauf-Systems innerhalb der Faszien (Bindegewebe), der daraus resultierende Gewebsdruck kann als Schmerz wahrgenommen werden. Der Körper reagiert mit Bewegungseinschränkungen, Fehlhaltungen, unphysiologischer Muskelspannung und frühzeitigem Verschleiss. Ziel der Boeger-Therapie ist es daher, durch Narben entstandene Verklebungen im Fasziengewebe aufzulösen und damit den Druck im Gewebe zu reduzieren, um so die Beweglichkeit zu fördern und Schmerzen entgegenzuwirken.

Um die Auswirkungen von Narben auf das Gesamtsystem zu verdeutlichen, kann das Tensegrity-Modell des amerikanischen Ingenieurs R. Buckminster Fuller (1895-1983) herangezogen werden. Dieses Modell besteht aus festen Bauelementen (das Skelett), die über elastische Züge (das Bindegewebe) miteinander verbunden sind, ohne sich zu berühren. Wenn eine äussere Kraft (die Narbe) auf das Modell einwirkt, geben die elastischen Elemente nach. Sobald diese Kraft sich reduziert, sorgen die elastischen Züge dafür, dass das Modell in seine ursprüngliche Form zurückkehrt. Fixierungen durch Narbengewebe ergeben asymmetrische Züge, die sich negativ auf die Körperstatik auswirken. Damit die Rückstellkräfte wirksam werden können, müssen die Adhäsionen gelöst werden.

Mit der Boeger-Therapie werden die Verklebungen der faszialen Strukturen systematisch diagnostiziert und mithilfe der speziellen Lifttechnik gelöst. Dieser punktuell eingesetzte Impuls ist auf nur wenige Kubikzentimeter Gewebe beschränkt und wirkt somit auflösend auf die Narbe ein.

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Bowtech ist eine ganzheitliche Muskel- und Bindegewebstechnik, die mittels sanfter Griffe an unterschiedlichen Gewebestrukturen wie zum Beispiel Sehnen, Bänder oder Faszien die körpereigenen Möglichkeiten der Selbstregulation aktivieren soll. Die speziellen Griffe helfen dem Körper, wieder in Balance zu kommen, regen die Durchblutung und den Lymphfluss an, lösen Verspannungen und fördern das allgemeine Wohlbefinden.

Bowtech geht auf den Australier Tom Bowen (1916-1982) zurück, der diese Technik in den 1960er Jahren entwickelt hat. Bowen war Schreiner und medizinischer Laie und eignete sich anatomisches Wissen aus Büchern sowie im Austausch mit Masseuren an. Seine Methode entwickelte er durch Beobachtung und die Behandlung von Kollegen und Sportlern. Er begann zunächst mit Behandlungen im Haus von Freunden und eröffnete danach eine eigene Praxis. Damals bezeichnete sich Tom Bowen als Osteopath. Er wurde jedoch nie in den Osteopathieverband aufgenommen, denn seine Methode unterschied sich deutlich von der klassischen Osteopathie. Vielmehr wurde Tom Bowen als Schöpfer einer neuen Therapie betrachtet. Sein Wissen gab er an nur wenige Schüler weiter.

Einer davon war Oswald Rentsch, der zusammen mit seiner Frau Elaine 1987 die Bowen Therapy Academy of Australia gründete und sich dafür einsetzte, die Methode weltweit bekannt zu machen. Sie unterrichten auch heute noch in zahlreichen Ländern. Mittlerweile wird Bowtech in über 30 Ländern praktiziert und gelehrt und es existieren 22 Länderakademien. Manfred Zainzinger hat Bowtech in Europa, besonders im deutschsprachigen Raum, verbreitet und die Bowen Academy Europe gegründet. Er ist als Instruktor in der Schweiz, Österreich, Deutschland und weiteren Ländern tätig.

Für die Wirkungsweise von Bowtech gibt es verschiedene Erklärungsmodelle. Ein Erklärungsansatz vermutet, dass Bowtech den Körper veranlasst, sich über sein Zellgedächtnis zu reorganisieren, um seinen natürlichen, gesunden Grundzustand wiederherzustellen. Die präzisen Griffe einer Bowtech-Behandlung regen Rezeptoren des peripheren Nervensystems an, die Sinnesreize und auch Schmerzen an das Gehirn weiterleiten. Diese Rezeptoren befinden sich im Bindegewebe, in Muskeln, Sehnen, Bändern und Faszien, einer bindegewebsartigen Hülle, die Knochen, Muskeln und Organe umschliesst und sie sowohl verbindet als auch voneinander trennt.

Bei einer Verletzung am Körper verkrampft sich die umliegende Muskulatur, um die verletzte Körperstelle zu schützen. Hält dieser Zustand über einen längeren Zeitraum an, so können die Faszien verkleben, wodurch die Durchblutung und Beweglichkeit des betroffenen Gewebes eingeschränkt wird. Mit jedem Bowtech-Griff wird das Gewebe mit geringer Kraft gereizt und der Körper veranlasst, sich über sein Zellgedächtnis zu reorganisieren. Dadurch lösen sich Verklebungen in den Faszien. In der Folge entspannen sich die Muskeln und Lymph- und Nervensystem werden stimuliert.

Ein anderes Erklärungsmodell ist das Resonanzmodell. Danach erzeugen die abrollenden Bewegungen durch den Bowtech-Griff ein Vibrationsmuster, das den ganzen Körper in einen gesunden Frequenzbereich bringen und das autonome Nervensystem ausbalancieren soll. Dieses Erklärungsmodell legt die Vorstellung nahe, dass gesundheitliche Probleme im Körper auf unharmonische Schwingungen zurückzuführen sind.

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Die Cranio-Sacral-Therapie ist eine sehr sanfte, jedoch gleichwohl tief greifende Körperarbeit, die den inneren Bewegungen unseres Pulssystems, der Gehirn- und Rückenmarkflüssigkeit nachspürt. Diese auch Liquor genannte Flüssigkeit bewegt sich in einem System von Membranen, die sich vom Schädel (Cranium) durch die Wirbelsäule bis zum Kreuzbein (Sacrum) ausdehnen.

Der Cranio-Sacral-Rhythmus im menschlichen Körper gestattet einen wichtigen Einblick in den Gesundheitszustand. Ziel der Therapie über sanfte Berührungen ist der gesunde, regelmässige craniosacrale Rhythmus. Auf diese Weise können die Heilungsprozesse körpereigener Selbstregulierungsmechanismen in Gang gebracht werden. Gute Erfolge zeigt die Cranio-Sacral-Therapie nicht nur bei Beschwerden nach Unfällen und Verletzungen, sondern auch bei Kopf- und Rückenschmerzen, Gebiss- und Kieferfehlfunktionen und letztlich bei allen Symptomen, die mit dem zentralen Nervensystem zu tun haben. Eindrücklich sind die Behandlungserfolge bei Kindern und Säuglingen, die unbefangener auf Berührung reagieren.

Quelle: EGK-Therapieführer

Die Dorn-Therapie ist eine sanfte, manuelle Behandlungsmethode, die zum Einsatz kommt, um Wirbel- und Gelenkblockaden zu beheben. „Sanft“ bedeutet in diesem Fall, dass keine langen Hebel und keine Impulstechniken angewandt werden, sondern vor allem der konstante Druck der Hände.

Die Dorn-Therapie geht auf Dieter Dorn zurück, der die Methode 1975 entwickelt hat. Der Auslöser war ein Hexenschuss, unter dem der Landwirt und Sägewerkbesitzer aus Lautrach im bayerischen Allgäu litt. Er suchte deswegen einen alten Bauern im Nachbarsdorf auf, der ihn mit einer einfachen, manuellen Behandlung von seinen Schmerzen befreite. Dorn erlernte daraufhin diese Handgriffe und wandte sie zunächst im Bekanntenkreis an.

Erste Erfolge erzielte er bei den chronischen Kopfschmerzen seiner Frau, später begannen sich Nachbarn, Kollegen und Kunden mit Wirbelsäulen- und Gelenkproblemen an ihn zu wenden. Mitte der 1980er-Jahre wurde der Orthopäde und Chirurg Thomas Hansen auf Dieter Dorn aufmerksam und regte ihn dazu an, Seminare zu veranstalten, um auch anderen Menschen die Ausübung seiner Methode zu ermöglichen. So verbreitete sich die Dorn-Therapie, die vor allem im deutschsprachigen Raum genutzt wird und auch in der Schweiz sehr populär ist.

Ziel der Dorn-Therapie ist es, den Körper von unten nach oben zu begradigen. Da sich die Statik des Menschen von den Füssen als Basis über die Beine, das Becken und die Wirbelsäule bis zum Kopf aufbaut, wird in dieser Reihenfolge behandelt. Diese sogenannte „aufbauende Reihenfolge“ der Behandlung ist elementar. Eine komplett durchgeführte Dorn-Therapie schliesst alle Gelenke des Körpers mit ein.

Zum einen soll der Therapeut Differenzen der Beinlängen korrigieren. Und zum anderen soll er Wirbel, die sich nicht in ihrer normalen Position befinden, ohne massiven mechanischen Druck in die richtige Position zurückbringen. Die Dorn-Therapie beruht auf der Annahme, dass schon leicht verdrehte Wirbel zu chronischen Schmerzen führen, vor allem im Rücken- und im Gesässbereich.

Der Therapeut arbeitet nur mit seinen Händen, er benutzt keine Medikamente oder Hilfsgeräte. Blockierte Wirbel bringt er oftmals mit einem Daumendruck in die richtige Position zurück. Dabei muss der Patient durch bestimmte Bewegungen mithelfen. Dessen Mitarbeit spielt bei der Dorn-Therapie ohnehin eine grosse Rolle. So gehören zur Therapie auch Selbsthilfe-Übungen, die der Patient zu Hause über einen gewissen Zeitraum täglich durchführen muss.

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Die Elektrotherapie gehört zu den Verfahren der physikalischen Therapie. Mit Hilfe von elektronischen Geräten werden elektrische Ströme unterschiedlicher Frequenz durch den Körper oder Körperteile geleitet, um Krankheiten zu behandeln.

Die therapeutische Wirksamkeit elektrischer Felder und Ströme ist seit langem bekannt: So wurden im Altertum beispielsweise Zitteraale zur Behandlung von Krankheiten wie Gicht, Arthritis und Kopfschmerzen verwendet. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die ersten „Elektrisiermaschinen“ entwickelt, mit deren Hilfe man elektrische Funken künstlich erzeugen konnte. Ab 1730 berichteten wissenschaftliche Zeitschriften laufend über Experimente und Forschungen zur Elektrizität. So veröffentlichte der deutsche Arzt und Naturforscher Johann Gottlieb Krüger (1715-1759) im Jahr 1744 einen Aufsatz über die Anwendung von Elektrizität zu Heilzwecken. Darin berichtete er vor allem von Erfolgen bei der Behandlung von Lähmungserscheinungen. Zahlreiche weitere Ärzte und Naturforscher wie zum Beispiel Luigi Galvani (1737-1798) und Michael Faraday (1791-1867) beschäftigten sich im Lauf der Zeit eingehend mit den therapeutischen Möglichkeiten des elektrischen Stroms und schufen durch ihre Versuche die Grundlagen für die spätere Elektromedizin. Im Jahr 1855 entwickelte Guillaume-Benjamin Duchenne (1806-1875) Elektroden, die elektrischen Strom auf bestimmte Körperareale konzentrieren konnten. Eine weitere Voraussetzung für die heutige Elektrotherapie war die fortschreitende Verbesserung der Geräte.

Heute wird die Elektromedizin in praktisch allen klinischen Bereichen angewendet. Ein Teilbereich der Elektromedizin ist die Elektrotherapie, die zu den physiotherapeutischen Behandlungsmethoden zählt.

Im Rahmen der Elektrotherapie kommen Ströme mit unterschiedlichen Frequenzen zum Einsatz. Die Spannungen werden mit speziellen Geräten erzeugt und dem Körper über Elektroden entweder in einem Wasserbad oder direkt auf der Haut angebracht zugeführt.

Im Organismus hat der Strom eine schmerzlindernde und durchblutungsfördernde Wirkung. Je nach Therapieform kann die Behandlung ausserdem entweder zu einer Entspannung oder zu einer Erregung der behandelten Muskulatur beitragen.

Aufgrund der guten Leitfähigkeit verläuft der Stromfluss entlang der Blut- und Lymphgefässe. Tiefere Strukturen im Körper werden durch die Elektrotherapie nur schwer erreicht. Weitere gute Stromleiter sind: Hirnflüssigkeit, Harn, die inneren Organe und Muskulatur. Schlechte Stromleiter sind: Fettgewebe, Gelenkkapseln, Sehnen, Knochen und bestimmte Nerven. Nichtleiter sind Haare und Nägel sowie die Hornschicht trockener Haut.

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Die Emotionelle Erste Hilfe (EEH) ist ein körperorientiertes Verfahren, das in der Bindungsförderung, der Krisenintervention sowie in der therapeutischen Unterstützung von Eltern, Säuglingen und Kindern eingesetzt wird.

Die EEH geht auf die Pionierarbeiten des Arztes, Psychoanalytikers und Naturforschers Wilhelm Reich (1897–1957) zurück, der bereits in den 1940er-Jahren erste Ideen entwickelte, wie er seine Vegetotherapie (körperorientierte Psychotherapie) genannte Methode in der Arbeit mit hochbelasteten Eltern, Säuglingen und Kleinkindern einsetzen könnte. Er sprach in diesem Zusammenhang erstmals von «Emotional First Aid». Seine Tochter Eva Reich, die als Ärztin und Geburtshelferin in den USA tätig war, entwickelte seine Arbeiten weiter und machte sie zu einem wichtigen Baustein einer vorbeugend eingesetzten Körperpsychotherapie, die sie «Sanfte Bioenergetik» nannte.

In den späten 1980er-Jahren studierte der Psychologe und Körperpsychotherapeut Thomas Harms bei Eva Reich und verknüpfte diese körperpsychotherapeutische Pionierarbeit mit der neuen Säuglings-, Bindungs- und Traumaforschung. Harms entwickelte das Konzept der «Emotionellen Ersten Hilfe» weiter zu einem bindungs- und traumaorientierten Modell der Eltern-Kind-Therapie.

Die heutige EEH verbindet das Wissen der modernen Körperpsychotherapie mit den Erkenntnissen der Neurobiologie, Psychotraumatologie und Bindungsforschung.

Die EEH wird schwerpunktmässig in Deutschland, in der Schweiz, in Österreich, Italien, Luxemburg, Belgien und in den Niederlanden im Rahmen der ambulanten und klinischen Eltern-Baby-Therapie und der Akutintervention gelehrt und eingesetzt.

Die zentrale Idee der EEH ist es, die emotionale Bindung zwischen Eltern und Kind zu unterstützen, zu fördern und wenn nötig wieder aufzubauen. Da ein feinfühliger und liebevoller Dialog nur auf Basis eines entspannten Körpers gelingen kann, kommen unterschiedliche körperliche Methoden zum Einsatz wie beispielsweise die Selbstanbindung, um die Kontakt- und Beziehungsfähigkeit der Eltern und Kinder zu verbessern und zu fördern. Die Selbstanbindung beschreibt den Zustand einer stabilen inneren Beziehung zum eigenen Körper und zu den eigenen Empfindungen. Sie ist laut Harms die eigentliche Grundlage für eine intuitive elterliche Kompetenz.

Das bindungsorientierte Konzept der EEH geht davon aus, dass die charakteristischen Schemata des Fühlens, Denkens und Handelns in den Erfahrungen aus der Zeit der Schwangerschaft, Geburt und ersten Lebenszeit verwurzelt sind. Diesen frühen menschlichen Bindungsbeziehungen kommt eine besondere Bedeutung zu. Die EEH gründet auf der Annahme, dass die Erfahrung einer stabilen und sichernden Bindung eine wirksame Aktivierung des Ruhe- oder Erholungsnervs (Parasympathikus) möglich macht. Die Aktivierung des grössten Hirnnervs des Parasympathikus (Nervus vagus) geht im Verständnis der EEH mit dem Gefühl von Sicherheit einher.

Umgekehrt sind Gefühle der Angst und Unsicherheit von Eltern und Kind, erhöhte Körper- und Muskelspannung und eine verstärkte Erregung (Hypererregung) Ausdrucksformen einer Dominanz des Kampf- und Fluchtnervs (Sympathikus). Seine Aktivierung reduziert die Aufnahme- und Bindungsbereitschaft sowie die Feinfühligkeitsfähigkeit der Eltern. Als mögliche Folge entstehen Fehlabstimmungen zwischen Eltern und Kind, die zu psychosomatischen Symptomen beim Kind führen können.

In der EEH werden die Bindungserfahrungen vor, während und nach der Geburt bewusst gemacht und erkundet – dies über verschiedene Formen der Körperarbeit. Über die Wahrnehmung des Körpers kann die Qualität der Beziehungs- und Regulationsfähigkeit des Patienten genauer bestimmt werden. Im therapeutischen Prozess spielen deshalb die achtsame Beobachtung und Auswertung des subjektiven Körpererlebens eine herausragende Rolle.

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Die Entwicklungs- und Lerntherapie nach PäPKi ist eine neurophysiologisch orientierte Therapiemethode für Kinder mit funktionellen, umschriebenen Entwicklungsstörungen sowie für deren Eltern.

PäPKi ist die Abkürzung für Pädagogische Praxis für Kindesentwicklung. Die Entwicklungs- und Lerntherapie nach PäPKi ist Ende der 1990er-Jahre von der Pädagogin und Bewegungstherapeutin Dr. Wibke Bein-Wierzbinski in Deutschland entwickelt worden. Ihr zufolge steigt die Zahl der Kinder mit umschriebenen Entwicklungsstörungen seit den 1980er-Jahren deutlich. Sie hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, auffällige Kinder in ihrer Entwicklung und Reife gezielt zu unterstützen. Zahlreiche neurophysiologische und sensorische Bewegungstherapien, darunter Bobath, Vojta, Psychomotorik und Sensorische Integrationstherapie nach Ayres, haben die PäPKi-Begründerin Dr. Wibke Bein-Wierzbinski beeinflusst.

Gelehrt wird die Entwicklungs- und Lerntherapie nach PäPKi in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich. Zwei Ausbildungslehrgänge werden angeboten – einer mit dem Fokus auf der Behandlung von Säuglingen und Kleinkindern und einer, der auf Vor- und Primarschulkinder ausgerichtet ist.

Die Bezeichnung Entwicklungs- und Lerntherapie nach PäPKi ist markenrechtlich geschützt. Bildungsanbieter und Therapeuten, die diese Bezeichnung markenmässig verwenden wollen, sind selbst dafür verantwortlich, sich von der Inhaberin der Marke dazu berechtigen zu lassen. Mit der EMR­Registrierung ist diese Berechtigung nicht verbunden.

Funktionelle Entwicklungsstörungen zeigen sich in Form von umschriebenen Sprach-, Entwicklungs­ und Lernstörungen. „Umschrieben“ bedeutet in diesem Zusammenhang begrenzt respektive begrenzbar (somit umschreibbar). Im Gegensatz zu tiefgreifenden Entwicklungsstörungen handelt es sich bei den umschriebenen also um Leistungsdefizite in begrenzten Funktionsbereichen. Es sind Störungen, deren Beginn ausnahmslos im Kleinkindalter oder in der Kindheit liegt und die einen stetigen Verlauf zeigen.

Genauer handelt es sich um Entwicklungseinschränkungen oder -verzögerungen von Funktionen, die eng mit der biologischen Reifung des Zentralnervensystems verknüpft sind. Am häufigsten betroffen sind die Bewegungskoordination, die Sprache und die visuell-räumlichen Fertigkeiten. Mit dem Älterwerden der Kinder vermindern sich die Entwicklungsstörungen häufig, jedoch sind geringere Defizite auch noch im Erwachsenenalter zu beobachten.

Etliche Therapieansätze zur Behandlung umschriebener Entwicklungsstörungen sind lediglich symptomorientiert. Weil entsprechende Auffälligkeiten jedoch keine Erziehungsmängel darstellen, lassen sie sich nicht durch wiederholtes Üben der Schwächen beheben. Bei den so behandelten Kindern besteht die Gefahr, dass sie weitere Kompensationsstrategien und neue Verhaltensauffälligkeiten entwickeln. Statt Schwächen zu üben, können versäumte Entwicklungsschritte mit Hilfe der Entwicklungs- und Lerntherapie nach PäPKi nachgeholt werden.

Dazu wird die natürliche Bewegungsentwicklung bzw. der neuromotorische Aufrichtungsprozess trainiert. Dieser befähigt das Kind, sich aus der liegenden Position gegen die Schwerkraft aufzurichten – mithilfe der sensorischen Integration (zentrale Wahrnehmung und Verarbeitung der Sinnesreize). Die PäPKi-Therapie unterstützt gezielt das neuronale System und die neuromotorische Entwicklung.

Mittels Bewegungstherapie lassen sich Entwicklungsverzögerungen reduzieren und Konvergenzen (Zusammenführen neuronaler Erregungsleitungen) im Hirnstamm erzielen. Dies verbessert die grobmotorische Koordination und führt auch zu fein- und blickmotorischen sowie artikulatorischen Verbesserungen.

Mit einer gestärkten körperbezogenen Selbstwahrnehmung verbessert sich ausserdem die Entwicklung der Selbstkompetenz, der Sozialkompetenz und der Lernkompetenz des heranwachsenden Kindes. Eine Vielzahl von Verhaltensauffälligkeiten lassen sich durch die PäPKi-Therapie reduzieren.

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Die Eutonie (von griech. „eu“ = harmonisch, „tonos“ = Spannung, steht für „Wohlspannung“) Gerda Alexander ist ein bewegungspädagogisches Programm, das darauf abzielt, dem Übenden zu einer ausgewogenen Körperspannung und somit zu einem besseren Körperbewusstsein zu verhelfen.

Die Rhythmik-Pädagogin Gerda Alexander (1908-1994), die Rhythmik und Bewegungserziehung nach Jaques Dalcroze studiert hatte, begann in den 1930er-Jahren, eine eigene Form der Körperarbeit zu entwickeln. In Deutschland geboren, wanderte sie 1933 nach Dänemark aus. 1959 stellte sie ihre Methode auf einem internationalen Kongress erstmals unter der Bezeichnung „Eutonie“ vor. Gerda Alexander verstand ihre Methode als einen Weg der körperlichen Selbsterfahrung, der dem Übenden zu einer besseren Harmonie im Umgang mit sich und seiner Umwelt verhilft.

Die Grundspannung der Muskulatur wird als Tonus bezeichnet. Der Tonus steht in einer engen Beziehung zur Psyche des Menschen: Gefühle wie Freude oder Niedergeschlagenheit drücken sich direkt in einer Veränderung der Körperspannung aus. Nach den Vorstellungen von Gerda Alexander reduziert sich bei den meisten Menschen im Lauf des Lebens diese Fähigkeit zur flexiblen Tonusänderung. Durch diese Einschränkung kommt es zu Verspannungen und Blockaden der Muskulatur, die wiederum Fehlhaltungen und Überlastungsschäden zur Folge haben können. Durch aufmerksames und bewusstes Spüren, Berühren und Bewegen soll das Bewusstsein für den eigenen Körper verbessert und die natürliche Flexibilität wiedererlangt werden. Der Übende soll letztendlich einen Zustand der individuellen „Wohlspannung“ erreichen, in dem sich Körper, Seele und Geist in Harmonie befinden und angemessen auf die Anforderungen von innen und aussen reagieren können.

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Bei der Farbpunktur (Farbflächenbehandlung nach Peter Mandel) handelt es sich um eine schmerzlose, punktuelle oder flächige Bestrahlung der Haut mit farbigem Licht.

Seit jeher werden Farben mit bestimmten Gefühlen, Bedeutungen oder Wirkungen in Verbindung gebracht. Bereits zu Beginn unserer Zivilisation wurden Farben genutzt, um Wohnräume zu schmücken. Farben wurden zu Ritualen und Zeremonien verwendet, sie dienten sowohl zum Schutz als auch als Zeichen des Angriffs. So durfte beispielsweise nur der Kaiser von China gelbe Kleidung tragen, und im alten Ägypten wurden Farben als magische Heilmittel verwendet. Im Rahmen der Signaturenlehre der traditionellen europäischen Medizin und der Volksmedizin wurden Farben bestimmte Wirkungen zugeschrieben, so sollen zum Beispiel rote Früchte blutbildend sein.

Seit der Physiker Isaac Newton 1666 entdeckte, dass das Sonnenlicht aus den Farben Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violett zusammengesetzt ist, untersuchten viele Wissenschaftler die Wirkung von Licht unterschiedlicher Wellenlänge und Farbe auf den Organismus. Auch Johann Wolfgang von Goethe befasste sich mit der Wirkung von Farben, seine Farbenlehre wird zum Beispiel in der Anthroposophie aufgegriffen.

Ausgehend von den physikalischen Erkenntnissen über das Farbspektrum und dem Wissen über Meridiane und Akupunkturpunkte aus der Traditionellen Chinesischen Medizin entwickelte der deutsche Heilpraktiker Peter Mandel (geb. 1941) in den 1980er-Jahren die sogenannte esogetische Medizin. Dabei handelt es sich um ein umfangreiches System von Diagnose- und Therapieverfahren, zu denen unter anderem die Farbpunktur gehört.

Die Farbpunktur beruht auf einer Kombination der Meridianlehre der Traditionellen Chinesischen Medizin und der Anwendung von farbigem Licht als Heilmittel. Nach den Vorstellungen Peter Mandels fungieren die Meridiane des Körpers auch als „Lichtleitsystem“: Wenn bestimmte Akupunkturpunkte und Hautzonen mit farbigem Licht bestrahlt werden, gelangt das Licht über die Meridiane zu den betroffenen Organen und Organsystemen. Ein weiteres Grundelement der Farbpunktur ist die Theorie, dass die verschiedenen Wellenlängen des farbigen Lichts nicht nur über einen unterschiedlichen Energiegehalt verfügen, sondern auch unterschiedliche Informationen beinhalten. Wenn diese Informationen gezielt durch farbiges Licht in den Körper eingeschleust werden, bewirken sie dort ein Mitschwingen der Körperzellen. Auf diese Weise können disharmonische Schwingungen der Körperzellen ausgeglichen werden und die Zellen finden wieder zu ihrer harmonischen Grundschwingung zurück.

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Die Farbtherapie basiert auf der Grundidee, dass jede Farbe eine bestimmte Eigenschaft hat, die sowohl den Körper wie auch die Seele berührt.

Es gibt verschiedene Formen der Farbtherapie, und die Farben werden je nach Variante auf unterschiedliche Arten eingesetzt. Eine Therapie kann mit Farbbändern erfolgen, mit Massagen mit farbigen Ölen, mit Nahrungsmittel einer bestimmten Farbe, aber auch durch Bestrahlung der Haut mit farbigem Licht (Farbpunktur).

Die Farbpunktur ist ein sehr erfolgreiches und bewährtes Therapiesystem, bei welchem spezielle Farben und Grauschattierungen punktuell oder flächig über die Haut in den Körper eingeschleust werden. Über das Lichtsystem des Körpers wird durch Schwingungsenergien dort eine ausgleichende Informationsregulierung bewirkt, wo die Ursache einer Belastung zu finden ist.

Quelle: EGK-Therapieführer

Die Feldenkrais-Methode wurde von Dr. Moshé Feldenkrais (1904 – 1984) begründet und entwickelt. Er war ein bedeutender Physiker, Ingenieur und unermüdlicher Forscher.

Lernen durch Bewegung ist eine fundamentale Eigenschaft des menschlichen Organismus. Die Feldenkrais-Methode setzt sich zum Ziel, die komplexen Beziehungen unseres Bewegungsvermögens mit allen anderen menschlichen Funktionen auszuloten und zu verbessern. Die Bewegung wird dabei als Instrument für diesen Lernprozess genutzt, weil sie das direkteste und am besten zugängliche Mittel des Menschen ist, um eine anhaltende und tiefgreifende Veränderung eingefahrener Muster zu bewirken.

In Einzel- und Gruppenarbeit („Funktionale Integration“ oder „Bewusstheit durch Bewegung“) lehren Feldenkraislehrer in einfachen, meist im Liegen ausgeführte Bewegungen die Voraussetzungen der wichtigsten Funktionen wie Liegen, Sitzen, Stehen und Gehen zu verbessern. Die Feldenkrais-Methode wirkt sich positiv aus auf die Koordination der Bewegung, Orientierung im Raum und somit auch auf mentale Prozesse. Die Qualität des Lebens verändert sich auf allen Ebenen des körperlichen, seelischen und geistigen Seins.

Quelle: EGK-Therapieführer

Fast 90% aller Sinneseindrücke erleben wir durch das Sehen.

Sehen ist eine von Geburt an Schritt für Schritt in vielen Entwicklungsstufen erlernte Fähigkeit, die vielen Einflüssen ausgesetzt ist.

Sind die visuellen Funktionen alle korrekt aufgebaut, können später im Kindes- und Erwachsenenalter durch starke Belastung, Naharbeit, Computer, Handy, Unfälle, Krankheiten, Schwangerschaft, Erschöpfung, Schlaganfällen etc. Veränderungen in den visuellen Fähigkeiten entstehen.

Dies äussert sich nicht unbedingt in einer Fehlsichtigkeit, sondern in vielfältigen Symptomen, die häufig nicht mit den Augen in Verbindung gebracht werden, wie z.B.

  • Lern-/Leseproblematik bei Kindern und Erwachsenen (Rechtschreibung, Geometrie, Zahlenvorstellung, Zahlenräume, Leseunlust, schlechtes Verstehen von Texten, Ratelesen, Endungen weglassen, Vertauschen und Spiegeln von Zahlen, Buchstaben und Wörtern)
  • Konzentrationsprobleme, körperliche Unruhe, sich «geladen» fühlen bei visuell anspruchsvollen Aufgaben, Probleme Inhalte zu erfassen und abzuspeichern
  • Verlangsamtes, vermindertes Lernen und Aufnehmen von Information
  • ADS, ADHS/POS Diagnosen, Asperger, Autismus
  • Kopfschmerzen, Migräne, Gesichtsschmerzen, Nacken-Schulterschmerzen
  • Nach Schädelhirntraumata, Hirntumoroperation, Hirnblutung, Schlaganfall, Sturz, virale Erkrankungen, Schwindel
  • bei Unsicherheiten beim Gehen, häufiges Stolpern, Anecken, Bälle fangen, auf die Leiter steigen
  • Zeitweise unscharf und/oder Doppeltsehen
  • Anstrengungsgefühl beim Lesen, schnelle Ermüdung, Augenreiben,brennende, juckende, trockene Augen
  • Fehlsichtigkeiten (Myopiekontrolle, Hyperopie, Emmetropisationsprozess, Presbyopie

Zu Beginn erstellen wir mit funktionaloptometrischen Messungen eine genaue Diagnostik.

Die Messungen umfassen Sehschärfe, Augenbewegungen, Bewegungen und Einstellungen der äusseren Augenmuskeln, Scharfstellen durch die inneren Augenmuskeln, Stereosehen, Integration der Information ins Gehirn und sensorische Integration der anderen Sinne mit den Augen, Auge Hand Koordination, funktionelles Gesichtsfeld, Hornhautradien, Messungen der visuellen Reserven, Koordinationsanalyse der Augen während des Lesens (Eyetracker), Stressanalyse bei Augenerkrankungen.

Damit kann gezielt ein individueller, passender Lösungsansatz gefunden werden. Dies beinhaltet sowohl funktionelle Korrekturen in Brillen und/oder Kontaktlinsen, sowie Visualtraining mit Syntonics, Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten, als auch Nahrungsmittelempfehlungen bei Erkrankungen und NEM’s.

Quelle: Optologisches Zentrum Solothurn, Cordula Stocker

Die Funktionelle Orthonomie und Integration (FOI) ist eine sanfte, dynamische Behandlungsmethode, die bei muskuloskelettalen Beschwerden zum Einsatz kommt. Der Begriff Orthonomie kommt aus dem Griechischen («orthos» = gerade, aufrecht, richtig; «nomos» = Gesetz) und lässt sich etwa übersetzen mit «Gesetzmässigkeiten des aufrechten Seins». Und «funktionell» meint in diesem Fall «auf die Leistungsfähigkeit des Bewegungsapparates bezogen».

FOI wurde vom Niederländer und Physiotherapeuten Hans de Jong begründet. Die Methode hat sich in seiner Praxis entwickelt, in der de Jong vor allem Patienten mit Wirbelsäulenproblemen behandelte. Dabei stellte er fest, dass es bei sehr vielen Menschen zu systematischen Kombinationen von Bewegungsstörungen kommt. Mitte der 90er-Jahre entwickelte sich aus seinen Beobachtungen eine konkrete Struktur, aus der die Funktionelle Integration (FI) entstand. Ab 1993 unterrichtete Hans de Jong die FI, anfänglich hauptsächlich in der Schweiz. 2004 gründete er gemeinsam mit Friedhelm Becker, Physiotherapeut und Osteopath, das Ausbildungsinstitut für FOI in Haren, Deutschland, und professionalisierte die Behandlungsmethode. Mittlerweile gibt es Ausbildungen in Deutschland, Österreich, Polen, der Schweiz und den Niederlanden.

Die Grundlage der FOI ist die Annahme, dass der Körper auf ein entstandenes Problem im Bewegungsapparat mit einem Kompensationsverhalten reagiert. Wenn der Körper nicht mehr in der Lage ist, das Kompensationssystem aufrechtzuerhalten, treten Schmerzen und Funktionsstörungen auf. Ziel einer FOI-Behandlung ist es daher, den Körper wieder in sein individuelles Gleichgewicht zu bringen.

Schmerzen am Bewegungsapparat sind demnach im Allgemeinen Folgen von körperlichen Traumen (z.B. Unfälle, Stürze, Gelenkdistorsionen oder auch Operationen) oder starken psychischen Belastungen (z.B. Sterbefälle, plötzliche ernsthafte Erkrankungen usw.). Die Traumen können viele Jahre zurückliegen, oft erinnert man sich nicht daran oder sieht keine Verbindung zu den Schmerzen. Ein Umknicktrauma am Fuss kann beispielsweise Jahre später Kopfschmerzen oder Schwindel verursachen oder ein Hüftschmerz (auch Arthrose) die Spätfolge einer Blinddarmoperation sein. Die Kompensation ist eine Art Stressbewältigung. Daraus entstehen sogenannte Kompensationsketten oder Ursache-Folge-Ketten, die sich über den ganzen Körper verteilen und meist nach identischen Mustern verlaufen. In der FOI-Behandlung werden daher die beschwerdeauslösenden Faktoren gesucht und gezielt behandelt.

Wirbelsäule und Becken sind die zentrale Achse für die FOI und daher der erste Ansatz für Befundung und Therapie: Wirbel- und Beckenfehlstellungen haben Auswirkungen auf die angrenzenden Gelenke und umgekehrt. Statikveränderungen der Wirbel sind daher die eigentliche Ursache für Blockierungen und Funktionseinschränkungen. Zur Veranschaulichung der Befunde wird ein dreidimensionales Denkmodell benutzt. Mit diesem Modell lassen sich alle Gelenke in einer funktionellen Struktur miteinander in Verbindung bringen. So lässt sich erklären, warum Kniegelenksprobleme Ursache für Kopfschmerzen sein können oder Schulterschmerzen als Folge eines Distorsionstraumas am Fuss auftreten können.

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Das Ziel der Fussreflexzonenmassage ist, den Körper ins Gleichgewicht zu bringen, die innere Harmonie wieder herzustellen und die Selbstheilungskräfte zu mobilisieren.

Alle Organe, Muskeln und Körperfunktionen befinden sich in den ihnen entsprechenden Reflexzonen am Fuss. Eine Verbindung wird über die Nerven, Blut-, Lymph- und Lebensenergiebahnen (Meridiane) hergestellt. Durch den Druck auf die Reflexzonen am Fuss werden die zugehörigen Organe und Körperteile beeinflusst.

Durch die Fussreflexmassage können Spannungen und Blockaden gelöst werden, die Energie kann wieder frei fliessen und das allgemeine Körpergefühl und das Wohlbefinden können positiv beeinflusst werden.

Quelle: EGK-Therapieführer

Die eigentliche Entwicklung begann mit einem 1921 durch Rudolf Steiner für Ärzte gehaltenen Ausbildungskurs. Heileurythmie ist eine Bewegungstherapie, die auf der Grundlage der Lautbewegungen (Eurythmie) für den kranken Organismus abgewandelt wurde. Durch eine ständige Weiterentwicklung wurde die Heileurythmie zu einem wesentlichen therapeutischen Element innerhalb der anthroposophisch erweiterten Medizin. Eine heileurythmische Behandlung wird schon bei Anlagen zu Krankheiten als prophylaktische oder konstitutionsverbessernde Massnahme sinnvoll – die Hauptanwendungsgebiete liegen aber bei akuten und chronischen Erkrankungen oder auch in der Vorbereitung und Nachbehandlung von Operationen.

Für einen anthroposophisch orientierten Arzt stellen die Möglichkeiten der Heileurythmie eine wesentliche Ergänzung zu medikamentösen Behandlungen dar.

Quelle: EGK-Therapieführer

Begründer der klassischen Homöopathie war der Arzt, Apotheker und Chemiker Samuel Hahnemann (1755 bis 1843). Als Arzt stand er den dominierenden Behandlungsverfahren seiner Zeit sehr kritisch gegenüber. In seiner Tätigkeit als Übersetzer von Büchern stiess er auf verschiedene neue Denkansätze, machte diverse Selbstversuche und entwickelte aus all seinen Erkenntnissen die klassische Homöopathie. Die verschiedenen Prinzipien, die in diesem Konzept von Bedeutung sind, hat Hahnemann als Paragraphen in seinem umfassenden «Organon der Heilkunde» niedergeschrieben. Die wichtigsten dieser Prinzipien sind:

  • Prinzip der möglichst kleinsten Dosis: Die Homöopathie arbeitet mit hoch verdünnten und potenzierten Arzneimitteln, in denen der chemische Wirkstoff meist nicht mehr nachzuweisen ist.
  • Arzneimittelprüfungen am Gesunden: Die hergestellten Mittel werden am gesunden Menschen geprüft, um aus den Reaktionen abzuleiten, was das Mittel bewirkt.
  • Simile-Prinzip: Similia similibus curentur – möge Ähnliches mit Ähnlichem geheilt werden –, ist das wohl bekannteste Prinzip der Homöopathie. So werden bei Hilfesuchenden diejenigen homöopathischen Mittel eingesetzt, die beim gesunden Menschen eben die Symptome hervorrufen, die das Beschwerdebild ausmachen.

Homöopathie wird in der Akutbehandlung von Beschwerden, aber auch bei chronischen Krankheiten eingesetzt .Für die Behandlung stehen Homöopathen über 2000 pflanzliche, tierische oder mineralische Substanzen zur Verfügung. Dazu kommen die so genannten homöopathischen Komplexmittel (gemischte homöopathische Arzneien). Von vielen homöopathischen Arzneimitteln sind verschiedene Verdünnungs-und Potenzierungsschritte bekannt. Es gibt sie in Form von Tropfen, Tabletten und Globuli aus Milchzucker.


Wie viele Konzepte der Naturheilkunde und Komplementärmedizin zeigt sich die klassische Homöopathie als wertvolles Behandlungskonzept. Gerade bei chronischen Leiden sind die Erfolgsaussichten relativ gut. Auch bei «zerstörerischen Krankheiten» kann es sinnvoll sein, die Homöopathie als Begleitbehandlung zur modernen Schulmedizin einzusetzen.

Unter Hydrotherapie werden Anwendungen von Wasser, in Form von Waschungen, einem Bad, Saunabad, Guss oder Wickel verstanden.

Diese Behandlungsformen sind schon sehr alt. Grosse Bedeutung erlangte Pfarrer Sebastian Kneipp als «Wasserheller». Die Wirkungen der Hydrotherapie liegen spezifisch im Bereich der jeweiligen Anwendung und sind von der Behandlungsmethode (kalt -warm -heiss) abhängig. Ihre Einsatzgebiete in der Prävention, Therapie und Rehabilitation sind sehr gross.

Die Hydrotherapie wird oft in Kombination mit anderen naturheilkundlichen Verfahren angewandt (Kneippsche Anwendungen, Phytotherapie, Ordnungstherapien, Colon-Hydro-Therapie, Wickel). 

Quelle: EGK-Therapieführer

Die Kinesiologie versteht sich als ganzheitliche Behandlungsmethode, die von der Einheit von Körper, Geist und Seele ausgeht. Ist dieses Gleichgewicht gestört, können Schmerzen, Krankheiten, Unwohlsein, psychosomatische Störungen und anderes die Folge sein. In einem gesunden Organismus sind der körperliche Bereich (Muskeln, Bänder, Sehnen, Knochen, Gelenke, Organe und Systeme), der Bereich der Ernährung und Verdauung (Nahrungsaufnahme, Hormonhaushalt, biochemische Vorgänge, Ausscheidung) wie auch der emotionale und seelische Bereich (Denken, Fühlen und Emotionen) in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander. Alle drei Bereiche sind miteinander verbunden und voneinander abhängig.

Das Arbeitsinstrument der Kinesiologie ist der Muskeltest. Er wird als Biofeedback eingesetzt, um Stress im Menschen aufzuspüren. Der Muskeltest gibt Auskunft über die Wahl der Intervention (Aktivierung der verschiedenen Systeme mit Massage, Bewegungen, Übungen, Farben, Emotionen, Ernährung u.v.a.). Die Wirkung der Interventionen richtet sich auf das Energie-System des Menschen und damit auch auf die Muskeln, die Haltung und die Bewegung. Die Selbstheilungskräfte des Menschen werden aktiviert. Symptome können verschwinden, Wohlbefinden stellt sich ein.

Die Kinesiologie-Anwendung eignet sich bei allen Arten von Stress wie z.B. Bewegungseinschränkungen, Schmerzen verschiedenster Art, psychosomatischen Anzeichen, Lernschwierigkeiten, Aufarbeitung von Unfällen jeglicher Art, unangenehme Verhaltensmuster, Prüfungsvorbereitungen und Begleitung in schwierigen Lebensabschnitten.

Quelle: EGK-Therapieführer

Die klassische Massage gilt als eines der ältesten Therapieverfahren. Ihre wesentlichsten Einsatzbereiche sind die Förderung der lokalen Durchblutung, die Entstauung des Venen- und Lymphsystems und eine Entspannung der Muskeln. Die Heilwirkungen der klassischen Massage gehen aber noch viel weiter und betreffen folgende Bereiche: Muskelverhärtungen und Muskelschmerzen, muskelrheumatische Veränderungen, Gelenkverletzungen, rheumatische Erkrankungen, spastische Bronchitis, degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates, Funktionsstörungen nach Schädigung peripherer Nerven u.v.m.

Quelle: EGK-Therapieführer

In der Kunsttherapie wird hauptsächlich mit Medien der bildenden Kunst gearbeitet. Dazu zählen malerische oder zeichnerische Medien, plastisch skulpturale Gestaltungen oder auch fotographische Medien. Durch sie können Patienten unter therapeutischer Begleitung innere und äussere Bilder ausdrücken, ihre kreativen Fähigkeiten entwickeln, neue Handlungsspielräume entfalten, ihre sinnliche Wahrnehmung ausbilden und Lösungsmöglichkeiten schaffen.

Die ersten kunsttherapeutischen Ansätze stehen mit der Entwicklung der anthroposophischen Medizin im Zusammenhang. Grundlage als Menschenbild ist die Dreigliederung des Menschen in Geist, Seele und Körper (Denken, Fühlen, Wollen).

Die Kunsttherapie unterscheidet sich von anderen Therapieformen dadurch, dass zu der Beziehung Therapeut – Patient ein drittes Element hinzutritt: das künstlerische Medium. Daraus ergibt sich zwischen den Beziehungspunkten Therapeut – Patient – Medium (Werk) ein Beziehungsdreieck, das in der kunsttherapeutischen Literatur als kunsttherapeutische Triade bezeichnet wird. Damit spielen für die kunsttherapeutische Praxis drei Ebenen und ihre Beziehung zueinander eine Rolle: das künstlerische Gestalten am Werk, die Beziehung zwischen Therapeut und Patient sowie die Betrachtung des Werkes und seine Wirkung.

Die Kunsttherapie ist in den letzten Jahren in klinisch-medizinischen Behandlungskonzepten zu einem Bestandteil des psycho-sozialen Angebots im stationären und ambulanten, sowie im präventiven, akutmedizinischen (z. B. Krankheitsbewältigung- und verarbeitung) und rehabilitativen Bereich geworden. Sie dient der Krankheitsvorsorge, der akuten Krankheitsbewältigung wie auch der Rehabilitation. Ihr Anwendungsbereich erstreckt sich gegenwärtig von der Psychiatrie über die Psychosomatik, Onkologie/Hämatologie, (Sozial-)Pädiatrie bis hin zur Neurologie und Geriatrie.

Quelle: EGK-Therapieführer

Die Lomilomi-Therapie ist eine aus Hawaii stammende Körpertherapie, bei der nicht nur Muskeln, Faszien und Gelenke, sondern auch das Skelett und die inneren Organe behandelt werden. «Lomi» bedeutet kneten, drücken, streichen. Die Verdoppelung des Wortes verstärkt diese Bedeutung.

Lomilomi war Bestandteil der traditionellen Medizin von Hawaii und wurde von einheimischen Spezialisten ausgeübt. Die Lomilomi-Massage kam neben der Kräuterheilkunde bei der Behandlung von Krankheiten zur Anwendung. Sie war ein wichtiger Bestandteil des Alltags und wurde auch in anderen Zusammenhängen angeboten, beispielsweise als Ausdruck der Gastfreundschaft oder als Entspannungsmassage innerhalb der Familie. Während der Christianisierung der hawaiischen Bevölkerung wurde die traditionelle Heilbehandlung verboten und in die Illegalität gedrängt, die erst 2001 mit einer allgemein akzeptierten gesetzlichen Regelung beendet wurde.

Heute ist die Lomilomi-Massage wieder ein zentraler Teil des Medizinsystems auf Hawaii und verbreitet sich über die ganze Welt. In der Lomilomi-Therapie finden sich Anteile von Kräuterheilkunde, Osteopathie, Chiropraktik und Meditation. Gleichzeitig ist Lomilomi mit den Zeremonien und Ritualen der lokalen Kultur eng verbunden, so mit dem traditionellen hawaiischen Tanz (Hula), der Lebenshaltung (Ho'oponopono = ins Gleichgewicht bringen) sowie der hawaiischen Kampfkunst (Lua).

Nach hawaiischer Auffassung von Gesundheit und Krankheit bilden Körper, Geist und Bewusstsein des Menschen eine Einheit, die grundsätzlich zur Selbstregulierung (Homöostase) fähig ist. Die Knochen gelten in Hawaii als der Sitz von Kraft, Wissen und Erfahrungen, wozu auch Traumata oder physische Verletzungen gehören. Dem Bauch kommt besondere Aufmerksamkeit zu, denn hier liegt das enterische Nervensystem – auch Bauchhirn genannt –, das wichtig ist für das Wohlbefinden und das Immunsystem.

Eingeschränkte Beweglichkeit und physische wie psychische Beschwerden können durch Verspannungen unterschiedlichster Art und verschiedenen Ursprungs entstehen. Verspannungen erschweren zudem die Arbeit des Blut-, Nerven- und Lymphsystems, was zu einer Verschlechterung des Allgemeinzustands führen kann. Die Lomilomi-Therapie soll diese Verspannungen und Blockaden auf körperlicher und seelischer Ebene lösen, den Körper wieder in Bewegung bringen und die Harmonie von Körper, Geist und Seele wiederherstellen.

Mit der Auflösung der Verspannungen wird demnach die lymphatische, arterielle und venöse Zirkulation im ganzen Körper angeregt, das Immunsystem unterstützt und stabilisiert. Die Atmungs-, Verdauungs- und Ausscheidungsfunktionen werden verbessert und die sensorischen und motorischen Komponenten des Nervensystems stimuliert. Die für die Lomilomi-Therapie typische Bauchmanipulation wirkt sich direkt auf die inneren Organe aus. Der Parasympathikus (Ruhe- oder Erholungsnerv) wird aktiviert und damit auch der Stoffwechsel, die Erholung und der Aufbau körpereigener Reserven.

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Bei der manuellen Lymphdrainage handelt es sich um eine spezielle Massagetechnik, mit der Lymphstauungen im Gewebe beseitigt werden können.

Die Technik der manuellen Lymphdrainage geht auf den dänischen Masseur und Physiotherapeuten Dr. phil. Emil Vodder (1896-1986) zurück. Während seiner Tätigkeit als Masseur an der Côte d’Azur stellte Vodder Anfang der 1930er-Jahren fest, dass er chronische Erkältungskrankheiten durch eine vorsichtige Massage der geschwollenen Lymphknoten am Hals heilen konnte. Ausgehend von diesen Erfahrungen entwickelte er die Methode der manuellen Lymphdrainage. 1936 stellte Vodder seine Methode auf der „Exposition de Beauté et Santé“ in Paris erstmals öffentlich vor. Im Jahr 1958 gab er seinen ersten Kurs in manueller Lymphdrainage in Deutschland. Die Methode etablierte sich in den folgenden Jahren zunehmend, vor allem in Deutschland und in Österreich. Vodder gründete die „Gesellschaft für Manuelle Lymphdrainage nach Dr. Vodder“ und eine eigene Schule in Essen. In den 1980er-Jahren wurden in Zusammenarbeit mit dem deutschen Verband für Physikalische Therapie einheitliche Richtlinien für die Ausbildung in manueller Lymphdrainage festgelegt, die bis heute für eine Qualitätssicherung der Ausbildung an deutschen und österreichischen Schulen sorgen.

Die manuelle Lymphdrainage ist heute ein fester Bestandteil der physikalischen Therapie und wird vorwiegend von Masseuren und Physiotherapeuten angewendet.

Das Lymphgefässsystem des Körpers hat die Aufgabe, die Flüssigkeit (Lymphe) aus dem Gewebe aufzunehmen und in die Blutgefässe abzuleiten. Eine gestörte Funktionsfähigkeit dieses Drainagesystems zum Beispiel infolge von Verletzungen oder nach Operationen kann zu einer Ansammlung von Flüssigkeit in den Zellzwischenräumen führen. Als Folge davon können Schwellungen (Ödeme) entstehen. Die manuelle Lymphdrainage ist eine entstauende Massnahme, mit deren Hilfe die Motorik der Lymphgefässe angeregt und damit der Abtransport überschüssiger Gewebsflüssigkeit erleichtert werden soll. Darüber hinaus hat die Lymphdrainage eine stark entspannende und beruhigende Wirkung und sie regt das Immunsystem an.

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Die rhythmische Massage nach Ita Wegman ist eine Form der Massagebehandlung, die zu den Therapiemethoden der anthroposophischen Medizin gehört. Die Bezeichnung „rhythmisch“ bezieht sich dabei nicht nur auf die bewusst rhythmische Arbeit der massierenden Person, sondern auch auf die gezielte Anregung des rhythmischen Systems des Patienten (Atmung, Zirkulation).

Die anthroposophische Heilkunde wurde vom österreichischen Wissenschaftler und Philosophen Rudolf Steiner (1861-1925) entwickelt. In Zusammenarbeit mit der holländischen Ärztin Ita Wegman (1876-1943) kombinierte er seine Ideen und sein Menschenbild mit den bestehenden Methoden der Schulmedizin und entwickelte daraus um 1920 die anthroposophische Medizin. Bereits 1921 entstanden in Arlesheim (Baselland) und Stuttgart erste klinische Einrichtungen, in denen der neue medizinische Ansatz praktisch zur Anwendung kam. Darauf aufbauend hat sich die anthroposophische Medizin im Lauf der Jahrzehnte über die ganze Welt verbreitet.

Ausgehend von den Erkenntnissen der anthroposophischen Medizin überarbeitete Ita Wegman die Methoden der klassischen schwedischen Massage. Gemeinsam mit Margarethe Hauschka, welche am Klinisch-Therapeutischen Institut in Arlesheim als Ärztin tätig war, entwickelte sie die rhythmische Massage. Diese Form der Massage kann als Erweiterung der klassischen Massage angesehen werden und gehört seit den 1930er Jahren zu den gebräuchlichen Behandlungsmethoden der anthroposophischen Medizin.

Grundlage der rhythmischen Massage ist das anthroposophische Menschenbild. In der anthroposophischen Menschenkunde wird der Mensch in seiner leiblich-seelisch-geistigen Existenz betrachtet und in drei Körperregionen gegliedert: das Nerven-Sinnes-System im Kopfbereich, das Stoffwechsel-Gliedmassen-System im Gliedmassen-Abdominalbereich und das Rhythmische System im Thoraxbereich, das zwischen den beiden vermittelt. Auf dieser Grundlage und der Gliederung des Menschen in vier Wesenseinheiten basieren die anthroposophischen Therapie- und Diagnoseverfahren. Die vier Wesenseinheiten des Menschen beeinflussen sich gegenseitig: Der physische Leib ist der sichtbare Körper, der Lebens- oder Ätherleib umfasst die Summe der Lebenskräfte (Wachstum, Regeneration), der Seelen- oder Astralleib beinhaltet das seelische Innenleben (Empfindungen, Gefühle, Bewusstsein) und das „Ich“ bzw. die Ich-Organisation ist das Zentrum der Persönlichkeit (Selbstbewusstsein).

Alle vier Wesenseinheiten stehen in enger Verbindung zueinander und werden erst nach dem Tod getrennt. Ihr Zusammenspiel bestimmt den gesundheitlichen Zustand des Menschen. Krankheiten entstehen durch ein Ungleichgewicht dieser vier Elemente. Eine Behandlung muss demnach darauf abzielen, die Kräfte der vier Wesenseinheiten auszubalancieren und die Harmonie wiederherzustellen.

Krankheit wird in der Anthroposophie nicht als Defekt verstanden, der repariert werden muss, sondern vielmehr als Chance zur Neu- und Weiterentwicklung der Persönlichkeit. Alle Krankheiten gelten als Äusserung der Seele und des Geistes. Jedes Krankheitsbild ist individuell zu therapieren, da jede Krankheit vom persönlichen Befinden des Patienten abhängig ist.

Ziel einer Rhythmischen Massage ist es, durch einfühlsame, fliessende und rhythmische Massagegriffe die Selbstheilungskräfte des Patienten anzuregen. In Passivität gefallene Prozesse können somit wieder aktiviert und Einseitigkeiten im Organismus ausgeglichen werden. Ausserdem bewirkt die Massage eine Verbesserung der allgemeinen Durchblutung und der Lymphgefäss-Motorik sowie eine Regulierung der Spannungsverhältnisse der Muskulatur und des Bindegewebes. Auch verschiedene vegetative Funktionen wie zum Beispiel die Atmung, die Verdauung, der Schlaf-Wach-Rhythmus und die Infektabwehr können durch die rhythmische Massage positiv beeinflusst werden.

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Die myofunktionelle Therapie (MFT) (griechisch mys = Muskel) ist eine Behandlungsmethode, mit der vor allem im Kindesalter Fehlfunktionen der Kau- und Gesichtsmuskulatur verbessert und falsche Schluckgewohnheiten beseitigt werden können.

Die Feststellung, dass muskuläre Fehlfunktionen vor allem im Gesichtsbereich sich negativ auf die Sprachbildung und die Gebissmorphologie auswirken können, führte bereits Anfang des 20. Jahrhunderts zur Entwicklung verschiedener Gesichtsmuskelübungen. In den 1960er Jahren stellte Walter J. Straub ein erstes myofunktionelles System bei Sprachfehlern vor. In der Folge entstanden in den USA zahlreiche MFT-Programme. Das heute in Europa gebräuchliche Therapiekonzept der myofunktionellen Therapie geht auf den amerikanischen Sprachpathologen Daniel Garliner zurück, der in den1970er Jahren zahlreiche wissenschaftliche Artikel zur myofunktionellen Therapie veröffentlichte und unter anderem in Deutschland Kurse durchführte. Sein didaktisch praktikables System wird inzwischen in ganz Europa von verschiedenen Schulen gelehrt und weiterentwickelt.

Die myofunktionelle Therapie wird zur Behandlung von sogenannten myofunktionellen Störungen angewendet. Dabei handelt es sich um Störungen im Bewegungsmuster und in der Grundspannung der inneren und äusseren Mundmuskulatur. Normalerweise sind die Kräfte der Zunge und der anderen Muskeln im Mund ausgeglichen und ermöglichen durch ihr harmonisches Zusammenspiel den reibungslosen Ablauf des Schluckvorgangs. Bei einer myofunktionellen Störung ist der Schluckvorgang gestört: Die Zunge wird beim Schlucken meist nicht nach oben gegen den harten Gaumen gepresst, sondern gegen oder zwischen die Vorder- und die Backenzähne. Dadurch kann die Zunge Speisen, Getränke oder den Speichel nicht mehr in ausreichendem Mass transportieren und die umgebende Mundmuskulatur übernimmt einen Teil dieser Funktionen.

Ein derartiges falsches Schluckverhalten kann weitreichende Folgen für die Muskulatur des Mundbereichs und für die Zähne haben: Eine falsche Zungenruhelage, Aussprachestörungen, ständige Mundatmung und dadurch erhöhte Anfälligkeit für Atemwegsinfektionen, Fehlstellungen der Zähne, Fehlbildungen des Kieferknochens und Kiefergelenksbeschwerden sind die häufigsten Erscheinungsbilder einer myofunktionellen Störung. Dazu kommen Beeinträchtigungen der Gesichtsmuskulatur sowie Probleme mit dem Grundtonus und der Haltung des ganzen Körpers.

Ursachen für eine myofunktionelle Störung können sein: Flaschenernährung des Säuglings anstelle von Stillen, andauerndes Daumenlutschen oder Nägelkauen, Behinderungen der Nasenatmung durch Allergien, vergrösserte Mandeln oder Polypen sowie Anomalien des Gesichtsskeletts.

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Die ORB Medau betrachtet den Menschen aus ganzheitlicher Sicht. Sie hat zum Ziel, über Atem, Bewegung, Wahrnehmung und Musik Entwicklungs- und Heilkräfte zu wecken und zu fördern. Die Arbeitsweise wurde 1929 in Deutschland von H. und S. Medau begründet.

Die ORB Medau geht aus vom Gesunden. Gesundheit ist dann gewährleistet, wenn der Mensch im Einklang mit den organisch-rhythmischen Gesetzmässigkeiten zu leben vermag. Durch vielfältiges Spiel in Bewegung und Behandlung, Rhythmus- und Tongestaltung, Wahrnehmungs- und Empfindungslenkung lassen sich die organisch-rhythmischen Phänomene erfahren und ein situationsgemässes, von Atem getragenes Verhalten üben. Dies kann über grossräumiges, schwungvolles, wie auch durch ruhiges, achtsames Arbeiten im Liegen, Sitzen oder Stehen geschehen.

Diese Arbeitsweise hat eine tief gehende Wirkung auf den gesamten Organismus: Über- und Unterspannungen gleichen sich aus (Eutonie). Kreislauf und Organtätigkeiten werden angeregt. Ein verfeinertes Körperempfinden sowie grössere innere und äussere Beweglichkeit entsteht. Damit werden Voraussetzungen geschaffen, mit körperlichen und psychischen Beschwerden besser umgehen zu können oder sie aufzulösen.

Die Bewegungs- und Behandlungsweise wird stets den Möglichkeiten der Klienten angepasst und eignet sich daher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Quelle: EGK-Therapieführer

Eigentlich ist das Wort Osteopathie etymologisch von Knochenerkrankungen abgeleitet. Bei den vor rund 100 Jahren entwickelten Heilmethoden der Osteopathie und der Etiopathie geht es jedoch um viel mehr: um den inneren Zusammenhang der mechanischen Strukturen mit den (inneren) Organen unseres Körpers. Die Osteopathie analysiert Störungen, mobilisiert bzw. stimuliert Verbindungen und setzt damit natürliche Heilkräfte in Aktion.

Wir sind schmerzfrei, wenn unsere strukturelle Körpermechanik ohne funktionelle Störungen abläuft. Genau solche Störungen werden mit der Osteopathie aufgespürt und durch gezielte, manuelle Behandlung beseitigt. Die manuellen Einwirkungen beziehen sich auf die inneren Organe (viszerale Osteopathie), das kraniosakrale System (Schädelosteopathie) und auf das Muskel-Gelenk-System (parietale Osteopathie).

Die Werkzeuge der Osteopathie sind die Hände. Das Ziel wird erreicht ohne kostspielige Einrichtungen und ohne teure Medikamente. Wirksam ist die Behandlung u.a. bei Rückenschmerzen und Gelenkproblemen (akut und chronisch), Verdauungsbeschwerden, Sinusitis, Migräne, Inkontinenz, Neuralgien und Konzentrationsstörungen (speziell bei Kindern). Sanft und gezielt ertasten und behandeln Osteopathen die Abweichungen, die schmerzhafte Folgen haben können.

Die Osteopathie ist international längst eine anerkannte, eigenständige Richtung der Medizin mit eigenem Diagnoseverfahren. Sie kann gleichzeitig als gezielte Ergänzung zur klassischen Medizin genutzt werden.

Quelle: EGK-Therapieführer

Alles Leben ist Energie in Bewegung – ihr ungehindertes Fliessen die Voraussetzung für Gesundheit und Wohlbefinden. Polarity macht sich dieses Wissen zu Nutze, um den gestörten Fluss der Lebensenergie (auch Prana oder Chi genannt) mit gezielten Einwirkungen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dabei geht Polarity davon aus, dass allen Lebensvorgängen das Grundprinzip der Polarität zugrunde liegt.

Polarity Therapie wurde vor mehr als 50 Jahren von Dr. Randolph Stone (1890 – 1981), Osteopath, Chiropraktiker und Naturheilarzt, entwickelt. Zeitlebens befasste er sich mit spirituellen und medizinischen Überlieferungen des Fernen Ostens, mit Ayurveda und chinesischer Medizin. Diese Heilweisen verband er mit modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen und schuf aus dieser Synthese ein natürliches Heilverfahren: die Polarity Therapie. Aus seinen umfassenden Studien über das menschliche Energiefeld hat Dr. Stone eine Reihe von praktischen Anwendungsmöglichkeiten entwickelt, um Störungen im Energiefluss zu erkennen und zu lösen. Dazu gehören insbesondere: Manuelle Polarity Therapie – Energiearbeit am Körper, verbale Prozessbegleitung, Polarity Bewegungsübungen, Polarity Reinigungsdiät und Ernährung.

Quelle: EGK-Therapieführer

Rebalancing ist eine Bewusstseinsarbeit, die mit dem Körper beginnt. Der Körper ist der Anfang auf dem Weg zu Dir. Durch liebevolle, einfühlsame und tiefe Berührung beginnst Du Deinen Körper wahrzunehmen, Dich seiner Weisheit zu öffnen und ihr zu vertrauen.

Rebalancing bedeutet «wieder ins Gleichgewicht bringen». Was heisst das nun? Irgendwo im Körper sind Spannungen, z. B. Kreuzschmerzen oder im Seelischen sind Anspannungen, z. B. Ängste, Überforderungen. Doch diese Spannungen sind nicht nur dort, sie wirken sich auf den ganzen Körper aus und beeinflussen Deine innere und äussere Haltung. Durch Rebalancing werden diese Anspannungen bewusst gemacht, und dadurch können diese langsam aufgegeben werden. Danach wird auch der Verstand nach und nach loslassen können, so dass alte, eingefahrene Verhaltensmuster, die früher einmal nötig waren und Dich jetzt in Deiner Entfaltung behindern, sich auflösen. Als nächster Schritt kann ein entspannter Umgang mit Deinen Gefühlen entstehen.

Es wird möglich, in einen Raum von Stille vorzudringen, Dich selbst zu akzeptieren und Selbstverantwortung zu übernehmen.

Rebalancing arbeitet mit verschiedenen therapeutischen Techniken, unter anderem mit tiefer Bindegewebsmassage, Gelenklockerung, Atemarbeit, Ausdruck von Emotionen und Meditation. Der Rebalancer unterstützt den Klienten auf seinem individuellen Weg und dabei, seine Beziehung zum Körper zu verbessern. Denn ... der Körper ist der Anfang auf dem Weg zum inneren Sein.

Quelle: EGK-Therapieführer 

Bei der Reflexzonentherapie werden verschiedene Reflexzonen des Körpers mit speziellen Grifftechniken behandelt. Ziel der Behandlung ist es, die Regulations- und Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen und zu stärken.

Die Reflexzonentherapie geht auf den amerikanischen Hals-Nasen-Ohren-Arzt William Fitzgerald (1872-1942) zurück. Er beschäftigte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingehend mit dem medizinischen Wissen der Indianer, zu deren traditionellen Behandlungsmassnahmen auch bestimmte Formen der Reflexzonentherapie zählten. Fitzgerald systematisierte und ergänzte die alten Überlieferungen und entwickelte eine eigene Methode, die er 1915 als „Zonentherapie" vorstellte. In den 1930er-Jahren wurde diese Methode in Amerika von der Masseurin Eunice Ingham (1889-1974) aufgegriffen. Ihr Buch „Geschichten, die die Füsse erzählen können“ wurde zum Fundament der modernen Reflexzonentherapie und machte die Methode populär und einem breiten Laienpublikum zugänglich.

In Europa war das damals als „Reflexologie" bezeichnete Verfahren zunächst nur als vereinfachte Methode zur Eigenbehandlung und Gesundheitspflege bekannt. Eine der Schülerinnen von Eunice Ingham, die deutsche Masseurin Hanne Marquardt, wendete die Methode ab 1958 in ihrer Praxis gezielt zur Behandlung von Patienten mit verschiedenen Erkrankungen an. Aufgrund ihrer Erfahrungen entwickelte sie die Fussreflexzonenmassage zur Therapieform weiter und gründete schliesslich eine eigene Ausbildungsstätte. Doreen Bayly, eine weitere Schülerin von Ingham, führte die Reflexologie zu Beginn der 1960er-Jahre in England ein und gründete dort ebenfalls eine Schule. Weitere Pioniere der Reflexzonentherapie sind Elipio Zamboni, der die Reflexzonentherapie in Italien einführte, und Martine Faure-Aldersson, die in ihrem 2007 in Paris erschienenen Buch „Réflexologie Thérapie Totale“ eine ganzheitliche Reflexzonentherapie beschreibt.

Im Zug der Weiterentwicklung fanden auch andere Behandlungsprinzipien und Denkansätze Eingang und ergänzen nun die therapeutischen Möglichkeiten der Reflexzonentherapie. Beispiele für Behandlungsmöglichkeiten am Fuss sind die reflektorische Lymphdrainage, die Nervenreflexzonentherapie nach Froneberg, die Metamorphosebehandlung nach St. John sowie die Cranio-Sacrale-Reflexzonentherapie nach Faure-Alderson. Auch Erkenntnisse aus der Farb- oder der Atemtherapie oder das Wissen über Meridiane oder Chakren wurden integriert. Darüber hinaus können verschiedene andere Reflexzonen des Körpers für die Behandlung herangezogen werden, sodass die Therapie nicht mehr nur auf die Füsse beschränkt ist. Für dieses weiter gefasste Therapiekonzept wurde die Bezeichnung Reflexzonentherapie gewählt.

Grundlage der Reflexzonentherapie ist die Vorstellung, dass sich der Körper in seiner Gesamtheit jeweils in einzelnen Körperteilen spiegelt: So lässt sich beispielsweise die Oberfläche des Fusses in zahlreiche Zonen einteilen, die jeweils ein Organ oder eine bestimmte Körperregion repräsentieren. Diese Zonen werden als Reflexzonen bezeichnet. Zwischen einer Reflexzone und dem dazugehörigen Organ besteht eine enge Verbindung: Kommt es in einem Organ zu einer Funktionsstörung oder einer krankhaften Veränderung, so stellt dies für die korrespondierende Reflexzone einen Reiz dar, den sie mit einer bestimmten Reaktion beantwortet. Diese „Antwort“ kann sich in Form von Schmerzen, Berührungsempfindlichkeit oder durch Auffälligkeiten im Gewebe oder im Energiefluss der jeweiligen Reflexzone äussern. Die Reflexzonentherapie macht sich diese Verbindungen zwischen inneren Organen und Hautzonen zu Nutze: Mit speziellen Grifftechniken werden die betroffenen Reflexzonen gezielt behandelt, um dadurch die korrespondierenden Körperregionen und Körperfunktionen positiv zu beeinflussen und die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen.

Hinsichtlich der Wirkungsweise der Reflexzonentherapie gibt es mehrere Theorien. So wird beispielsweise angenommen, dass die Reflexzonen über Nervenverbindungen oder über Energiebahnen mit den Organen in Verbindung stehen oder dass die Reizleitung über die sogenannte extrazelluläre Matrix erfolgt.

Es existieren mehrere verschiedene Reflexzonensysteme, die von Reflexzonentherapeuten als Grundlage für die Behandlung herangezogen werden können. Dazu gehören unter anderem:

  • Die sogenannten Dermatome oder Head’sche Zonen, die nach dem englischen Neurologen Sir Henry Head benannt wurden. Dermatome sind Hautareale, die jeweils von einem Rückenmarksnerven innerviert werden und über Nervenverbindungen mit bestimmten Körperorganen verbunden sind.
  • Das Körperzonenraster von William Fitzgerald, das den Körper in zehn Längszonen und drei waagrechte Zonen aufteilt.
  • Eunice Ingham entwickelte die Vorstellung, dass sich jede Körperzone in einem bestimmten Areal oder Reflexpunkt auf den Fusssohlen widerspiegelt.
  • Körperreflexzonen am Rücken oder am Bauch nach Jochen M. Gleditsch, Johann Abele oder Ann Lett.
  • Sogenannte Mikrosysteme, zum Beispiel am Schädel nach Toshikatsu Yamamoto.
  • Modelle für myofasziale Schmerz- oder Reflexpunkte wie die Tenderpoints nach Lawrence H. Jones, segmentale Irritationspunkte nach Karl Sell oder neurolymphatische Reflexpunkte nach Frank Chapman.
  • Weitere Reflexzonensysteme bedienen sich der Hände, der Ohren oder des Gesichts.

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Die Biochemikerin Ida Rolf erkannte die überragende Bedeutung der Schwerkraft für die Struktur des Menschen. Sie entwickelte daraus eine Methode („Strukturelle Integration“, heute auch „Rolfing“ genannt), um die Körperstruktur mit den Erfordernissen der Schwerkraft in Einklang zu bringen.

Rolfing ist eine tiefe, manuelle Bindegewebsarbeit, die eine Schulung von Bewegung und Selbstwahrnehmung verbindet. Der Rolfer modelliert den Körper, indem er die Faszienschichten mit wohldosiertem Druck gleitfähig macht, so dass alle involvierten Kräfte den Körper ins Lot bringen können. Fehlhaltungen und Verspannungen sowie Stress und Schmerzen werden abgebaut. Klienten fühlen sich auf Dauer wohler und lebendiger. Den Körper in tiefen Schichten neu kennen zu lernen erlaubt oft, auch der Psyche auf einer neuen Ebene zu begegnen.

Quelle: EGK-Therapieführer 

Shiatsu ist eine Behandlungsform, die mit Handflächen und Daumen ausgeübt wird und keine weiteren Hilfsmittel benötigt. Die Behandlung wird am bekleideten Körper auf einer weichen Unterlage ausgeführt. Mit Shiatsu wird der Energiehaushalt im Meridiansystem harmonisiert.

Die Vorboten einer krankmachenden Veränderung, das Unwohlsein, das Fühlen, dass etwas nicht mehr stimmt, wäre Anlass aktiv zu werden. Diese Phase kann jahrelang dauern und mit durchaus wechselnden Symptomen auftreten. Möglich sind z.B. Verstopfung, Durchfall, Ein- und Durchschlafstörungen, Schweissausbrüche, vorzeitiger Haarausfall, Kopfweh, Müdigkeit, Frösteln, Verspannungen, kalte Hände und Füsse, aber auch Phänomene wie Einsamkeit, Unlust, ständiger Kummer und sich Sorgen machen, übersteigerte Aktivität usw.

Shiatsu wird aber auch in einem noch umfassenderen Bereich angewandt: bei akuten und chronischen Schmerzen, Verspannungen jeder Art, bei Rücken-, Schulter- und Nackenbeschwerden, bei Störungen des vegetativen Nervensystems, bei Stress, Nervosität und Schlafstörungen, bei Erkrankungen der Atemwege und des Verdauungstrakts, bei Zyklusstörungen, bei Verstauchungen und Prellungen, nach Unfällen und Operationen, bei Haltungsproblemen und auch bei psychischer Symptomatik. Während der Schwangerschaft wird Shiatsu als sehr wohltuend empfunden.

Im Shiatsu gilt es, ein tiefes, vertrauensvolles Gespräch ohne Worte zu führen, so dass die Behandlung zu einer wahrhaft berührender Kunst wird.

Quelle: EGK-Therapieführer

Der Begriff Sophrologie stammt aus dem Griechischen und bedeutet Wissenschaft des Bewusstseins und der Werte der Existenz. Ihr Begründer ist der kolumbianische Neurologe und Psychiater Prof. Alfonso Caycedo.

Die Sophrologie ist ein dynamisches Entspannungstraining zur Förderung des allgemeinen Wohlbefindens, des inneren Gleichgewichts, des Körperempfindens, der Konzentrationsfähigkeit, des positiven Vorstellungsvermögens und des Selbstbewusstseins. Angestrebt wird die Harmonie zwischen Körper und Geist. In die Sophrologie fliessen verschiedene orientalische und okzidentale Einflüsse ein (z.B. Yoga, Zen-Buddhismus, Tibeter Buddhismus, Autogenes Training). Die bewusste Bauch-Atmung ist ein wichtiger Bestandteil aller Sophrologieübungen. In der Basissophronisation werden Körper, Geist und Atmung schrittweise entspannt; durch dynamisierende Körper- und Atemübungen wird die Durchblutung angeregt. In der Ruhephase werden die Veränderungen wahrgenommen und die Entspannung vertieft. Schliesslich folgen positive Erlebnisse der Zukunft und Meditationstechniken.

Im medizinischen Bereich wird Sophrologie sowohl prophylaktisch als auch therapeutisch eingesetzt. Wirksam als Stressmanagement, bei Kopf-, Rücken- und anderen Schmerzen, bei Asthma, Schlafstörungen und Angstzuständen, reaktionellen Depressionen und als Zusatztherapie bei Krebs und Aids. Das Anwendungsgebiet umfasst weiter die Schwangerschafts- und Geburtsvorbereitung, die Vorbereitung auf chirurgische Eingriffe, Prüfungsarbeiten und sportliche Leistungen.

Quelle: EGK-Therapieführer

Spiraldynamik ist ein innovatives und anatomisch begründetes Bewegungs-und Therapiekonzept. Sozusagen eine Gebrauchsanweisung für den eigenen Körper. Erprobte Stärke ist die vielseitige und konkrete Anwendbarkeit durch Patientinnen und Patienten. Spiraldynamik wurde von einem Expertenteam aus den Gebieten Medizin, Physiotherapie, Sport, Tanz und Yoga entwickelt. Das Konzept schliesst die Lücke zwischen Anatomie, Bewegung und praktischer Anwendung in der Therapie. Es arbeitet mit den Grundkräften der Natur -zum Beispiel dem Spiralprinzip im Kniegelenk, im Fuss oder in der Wirbelsäule.

Ein Beispiel sagt mehr als tausend Worte: Knieschmerzen. Sie gehen zum Arzt. Die Diagnose im MRI lautet Meniskusriss. Die Diagnose ist klar. Aus Spiraldynamik Sicht sehen die Dinge etwa so aus: Das Problem Meniskusriss ist definiert, aber die Ursachen sich unklar. Welches sind die chronischen Fehlbelastungen? Was hat der Spreizfuss damit zu tun? Warum ist das rechte Knie und nicht das linke betroffen? Warum der innere und nicht der äussere Meniskus? Fragen über Fragen. Wir gehen diesen Fragen nach und finden Antworten. Wir zeigen Ihnen, was Sie konkret machen und verändern können, wenn immer möglich ohne Medikamente, ohne Spritzen und ohne Operation.

In den letzten fünf Jahren haben 10'000 Menschen einen Spiraldynamik Kurs besucht. Über 1'000 Bewegungstherapeutinnen, Pädagoglnnen und Ärzte aus dem deutschsprachigen Europa haben die Grundausbildung absolviert. Spiraldynamik nimmt im Bereich «Gesundheit durch Bewegungsqualität» eine besondere Stellung ein: alternativ und doch wissenschaftlich. Davon zeugt die Zusammenarbeit mit Universitäten, Berufsverbänden, Institutionen und Privatpersonen. Das medizinisch-therapeutische Institut für Spiraldynamik befindet sich an der Privatklinik Bethanien in Zürich unter der Leitung von Dr. med. Christian Larsen - Mitbegründer der Spiraldynamik. Schwerpunkte sind funktionelle Diagnostik, nicht-operative Orthopädie, ambulante Neurorehabllitation und individuelle Risikoanalysen des Bewegungssystems für Tänzerinnen, Sportlerinnen, Musikerinnen und für alle anderen Interessierten.

Quelle: EGK-Therapieführer

Trager ist eine Wahrnehmungs- und Bewegungsschulung. Die Methode gliedert sich in einen passiven und in einen aktiven Teil. Während einer guten Stunde lässt sich der Klient auf einem weichgepolsterten Massagetisch von dem Praktiker durch Dehnungen, Kompressionen und sanfte wellenförmige Schwingungen bewegen. Diese vielfachen Bewegungsimpulse laden zu tiefer Entspannung ein. Zudem erhält der Körper neue Informationen über Beweglichkeit, Raum, Freiheit und ausgeglichenen Tonus. Durch den aktiven Teil – genannt Mentastics, eine Wortverschmelzung von „mental“ und „gymnastics“ – können diese neu erfahrenen Körperempfindungen vertieft wahrgenommen, gespeichert und in den Alltag integriert werden. Mentastics sind bestechend effizient und einfach und erlauben dem Klienten, unabhängig vom Praktiker, jederzeit seine Beweglichkeit und Freiheit erneut zu fühlen.

Trager fördert die Beweglichkeit, steigert die Vitalität und bringt mehr Leichtigkeit in den Alltag. Trager versteht sich als Lernerfahrungsprozess und ist eine wirksame Gesundheitsvorsorge. Trager hat sich unter anderem bei chronischen Krankheiten als sehr nützlich erwiesen.

Quelle: EGK-Therapieführer

Bei den Wickeln oder den Umschlägen handelt es sich um eine Anwendungsform der Hydrotherapie, bei der bestimmte Körperteile eingehüllt werden. Wickel und Umschläge bezeichnen dieselbe Methode.

Die therapeutische Anwendung von Wasser hat eine lange Tradition. Pythagoras (570 v. Chr.) soll das Wissen über den Nutzen kalter Bäder von Ägypten nach Griechenland gebracht haben. In den römischen Thermen wurden auch warme und heisse Heilquellen genutzt. Mit dem Zusammenbruch des Römischen Reichs verlor die Badekultur jedoch an Bedeutung. Im Mittelalter dienten die öffentlichen Badehäuser nicht nur zum Baden, sondern der Bader, der Betreiber des Badehauses, führte dort auch eine Reihe von Behandlungen durch wie Schröpfen, Aderlass oder Zähne ziehen. Mit dem Auftreten der Syphilis im 16. Jahrhundert endete die Blütezeit der Badehäuser, da man glaubte, das Wasser übertrage Infektionskrankheiten. Tatsächlich waren die schlechten hygienischen Bedingungen bei kleinen chirurgischen Eingriffen für die Verbreitung von Krankheiten in Badehäusern verantwortlich.

Siegmund Hahn (1664-1742) und vor allem sein Sohn Johann Siegmund Hahn (1696-1773) (die „Wasserhähne“) begründeten im 18. Jahrhundert die moderne Wassertherapie. Unter dem Naturheilkundigen Vinzenz Priessnitz (1799-1851), auf den viele der heutigen Anwendungen wie zum Beispiel die kalten Ganzkörper- und Teilwickel zurückgehen, wurden die Methoden im 19. Jahrhundert weiterentwickelt. Der Theologe Sebastian Kneipp (1821-1897) gilt als sein Nachfolger. Priessnitz prägte den Begriff Umschlag, auf Kneipp geht die Bezeichnung Wickel zurück.

Die in jener Zeit entwickelten Verfahren werden heute sowohl im Rahmen verschiedener Heilberufe, wie zum Beispiel Medizinische Masseure oder Naturheilpraktiker, als auch von der Schulmedizin zur Behandlung bestimmter Erkrankungen eingesetzt.

Wasser hat die besondere Fähigkeit, Kälte und Wärme zu leiten. Die richtige Anwendung von Wasser kann den Stoffwechsel stimulieren, die Durchblutung verbessern sowie Atmung, Herztätigkeit, Magen-Darm-Trakt und Nervensystem positiv beeinflussen.

Wickel oder Umschläge wirken sich auf den Wärmehaushalt des Körpers, das Nervensystem, den Blutkreislauf, den Stoffwechsel, die Hauttätigkeit und die Ausscheidung von Krankheitsstoffen aus. Wickel werden lokal angewandt. Dabei wird ein Leinentuch in Wasser getaucht und je nach Therapieziel leicht oder kräftig ausgedrückt. Anschliessend wird der feuchte Wickel an die betroffene Körperstelle aufgelegt. Kalte Wickel entziehen dem Körper Hitze und lindern dadurch Fieber und Entzündungen, warme Wickel regen die Durchblutung und den Stoffwechsel an und wärmen einen unterkühlten Körper auf.

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Eine Abweichung des Kreuzbeins aus der Horizontalen bedingt eine kompensatorische Abweichung der Wirbelsäule aus dem Lot mit einer Seitenverbiegung, der Skoliose. Der Rumpf mit der ihn aufrechthaltenden Wirbelsäule, dem Brustkorb und dem Becken ist mehr als in einer Hinsicht das Zentrum verschiedener Geschehen im menschlichen Organismus.

Nicht nur Hüft- und Kniegelenke werden punktuell belastet, sondern viele Gelenke des menschlichen Körpers verdrehen und verkanten sich. Jede Fehlstellung des Beckens wird einerseits zwangsläufig Verspannungen zur Folge haben, andererseits wird es durch die Schonhaltung des Betroffenen zu Muskelatrophien kommen. Durch einen Beckenschiefstand hervor gerufene Wirbelfehlstellungen bedeuten auch immer Fehlversorgung der betroffenen Organe, da es im Bereich der Zwischenwirbelkanäle zu Einengungen mit Irritationen der Spinalnerven kommt. Hier bedient sich der Wirbelsäulen-Basis-Ausgleich nebst dem Gespräch mit dem Klienten eines Tast-, Sicht- und Funktionsbefundes, wobei dem Tastbefund der Ohr-Reflexzonen eine ganz besondere Bedeutung zukommt.

Aus dem Bewusstsein heraus, dass eine gestörte Statik immer den Energiekreislauf negativ beeinflusst, wird der Wirbelsäulen-Basis-Ausgleich immer mit einer Akupunktur-Massage verbunden. Die Behandlung beruht einerseits auf Erkenntnissen der klassischen Akupunktur-Massage und andererseits auf den Erfahrungen westlicher Massage-, Dehn- und Bewegungstechniken. Mit diesem Behandlungskonzept ist es in relativ kurzer Zeit möglich, einen Beckenschiefstand in einer sehr sanften und angenehmen Art und Weise zu beheben, was bewirkt, dass das Skelett wieder im Lot ist und die Energien das Fliessgleichgewicht wieder finden.

Quelle: EGK-Therapieführer

Das Wort Yoga bedeutet Anspannung, aber auch Entspannung und Vereinigung. Diese alte indische Methode, durch Herrschaft über den Körper den Geist zu befreien, schliesst bestimmte Körperhaltungen und Bewegungsabläufe ein, die mit gezielten Atemtechniken verbunden sind.

Die Wirkungen von Yoga auf Körper, Seele und Geist sind weitreichend und segensreich. Besondere Betonung liegt auf der Entspannung. Es sollte keine Übung gemacht werden, ohne sich vorher und besonders anschliessend zu entspannen. Ein weiteres wichtiges Moment ist die Intuition. Trotz der engen Beziehung zwischen Lehrer und Schüler und trotz exakter Anweisungen soll der Lernende auch auf seinen eigenen inneren Führer hören – auf Stimmen, Gedanken, Empfindungen. Yoga sollte nie eine reine Körperübung sein, sondern immer auch Austausch mit dem Kosmos, mit dem Göttlichen.

Quelle: EGK-Therapieführer